Vom Römer über den Hüttenwirt zur Fernsehikone: Sepp Forcher wird 90

Volkskultur und „Klingendes Österreich“: ORF gratuliert mit Schwerpunkt

Sepp und Heli Forcher
Sepp und Heli Forcher © ORF/Landesstudio Steiermark/Wieser Anton

Er hat den Zuschauern die Natur und Volkskultur des Landes näher gebracht: Sein „Klingendes Österreich“ hat ORF-Moderatorenlegende Sepp Forcher über Jahrzehnte hinweg zum Begleiter in den heimischen Wohnzimmern gemacht.

Im Frühjahr lief das Erfolgsformat mit der 200. Folge aus. Am 17. Dezember feiert Forcher seinen 90. Geburtstag.

Den Bergen blieb er verbunden

Die Fernsehkarriere des gebürtigen Römers war eine höchst unwahrscheinliche — quasi vom Hüttenwirt zum TV-Star. Sepp Forcher, der am 17. Dezember 1930 als Giuseppe Forcher in der italienischen Hauptstadt zur Welt kam und in Sexten (Südtirol) aufgewachsen ist, hat schon in seiner Kindheit die Eltern bei der Arbeit in den Bergen unterstützt.

Seit 1940 lebte die Familie in Salzburg, wo man im Tennengebirge eine Hütte bewirtschaftete. Forcher selbst ging mit knapp 20 Jahren nach Kaprun, wo er zunächst bei den Tauernkraftwerken beschäftigt war.

Den Bergen blieb er auch in der Folge verbunden, als er u.a. als Bergsteiger und Mineraliensucher tätig war. Der familiären Leidenschaft folgend, übernahm Forcher schließlich mit Mitte 20 die Pacht einer Schutzhütte in Großarl. Zu dieser Zeit heiratete er auch seine Frau Helene.

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Seine Arbeit beim ORF begann er mit Radiosendungen wie „Ins Land einischaun“ oder „Mit’m Sepp ins Wochenende“. Der große Durchbruch folgte schließlich mit dem Format „Klingendes Österreich“, das 1986 erstmals auf Sendung ging. Den Abschluss für Forcher bildeten im Jahr 2019 die Aufnahmen am Wiener Cobenzl.

Für „Die große Liebe – Mein klingendes Österreich“ war der Moderator aber in allen Bundesländern sowie seiner Südtiroler Heimat unterwegs, um nochmals die schönsten Bilder und Töne einzufangen. „Ich brauche mir von niemanden sagen lassen, ,Sepp lass bleiben, es ist genug’. Der Sepp sagt sich das selber. Und zwar nicht im Sinne eines Bedauerns, sondern voller Freude, dass es mir eben gelungen ist, 200 Mal das zusammenzubringen“, sagte er anlässlich der Ausstrahlung der letzten Folge im Frühjahr 2020.

Das Aufhören ist ihm leicht gefallen

Insgesamt waren bei „Klingendes Österreich“ rund 2000 Volkslied- und Volksmusikgruppen zu erleben, die Forcher bei seinen Wanderungen durch Österreich, Bayern und Südtirol vor entsprechender Kulisse zum musikalischen Austausch traf. Für seine langjährige Moderationstätigkeit wurde er auch mehrfach ausgezeichnet und über die Jahre hinweg sind auch mehrere Bücher von Forcher erschienen.

Das Aufhören sei ihm dann doch leicht gefallen, erzählte er vor der 200. Sendung: „Ich wollte den Schlussstrich schon viel früher ziehen. Aber 200. Sendung, 90. Lebensjahr — das passt genau zusammen. Und es gibt noch genug zu tun.“

Der ORF gratuliert Forcher mit einem Programmschwerpunkt: ORF 2 bringt am 17.12. (21.05 Uhr) das neue Filmporträt „Sepp und Helli − Die Forchers ganz persönlich“ mit Gesprächen zwischen dem Jubilar und seiner Frau sowie Musik, Landschaftsbildern und persönlichen Fotos. Am Mittwochabend läuft auf ORF III (20.15 Uhr) die Doku „Mein Lebensberg − Sepp Forcher und der Großglockner“.

Danach startet „Kulturlandschaft Österreich“ (21.20 Uhr), den Abschluss macht das „Heimat Österreich“-Porträt „Sepp Forcher – Mein Leben“ (23 Uhr). Am 18. Dezember zeigt ORF III „André Hellers Menschenkinder“ mit Sepp Forcher (20.15 Uhr). Anschließend stehen zwei Dokuzweiteiler auf dem Programm: „Sepp Forcher: Meine liebsten Orte“ (21.25 Uhr) und „Durch’s Land mit Sepp Forcher“ (ab 23.05 Uhr) und am 19. Dezember (17.35 Uhr) gibt es „Klingendes Österreich: Weihnachten im Salzkammergut“.

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