Von 4D-Erlebnissen und Musik-Pionierinnen

„Chronicle of Light Year“ in der „4D Box“ im Lentos
„Chronicle of Light Year“ in der „4D Box“ im Lentos. © Carl Emil Carlsen

Schauspieler bewegen sich in langsamen tanzenden Bewegungen über die Bühne und beeinflussen damit die „Partikel“, die dank 3D-Brille scheinbar durch den Raum schweben und sich verformen. Der echte Mensch inmitten einer digitalen Welt — die Grenzen verschwimmen auf der multimedialen, digitalen Live-Bühne, die Hologramm-Technologie, Sound und Live-Performance verbindet. „Die digitalen Grenzen der Welt sind offen, es geht in den Bereich der Teleportation“, sagt Mikael Fock über das dänisch-taiwanesische Projekt „The Culture Yard presents The 4D Box“ mit „Chronicle of Light Year“, das damit startet, dass reale Menschen in den 3D-Scan eines Appartements eintreten. Im Zuge des Linzer Ars Electronica Festivals, das heute beginnt und bis 10. 9. läuft, ist die „4D Box“ im Lentos-Auditorium mit den Produktionen „Chronicle of Light Year“, „Silicium“, „The Ultimate Battle“ und der Installation „HC2“ vertreten.

Das Lentos und das Ars Electronica Festival sind langjährige Partner. „Wir freuen uns auf viele Besucher. Linz wird durch Ars Electronica transformiert und internationalisiert“, freut sich die künstlerische Lentos-Direktorin Hemma Schmutz. Im Zuge der Kooperation wurde gestern die Ausstellung „Hidden Alliances. Elisabeth Schimana and the IMAfiction Series“ im Untergeschoss eröffnet.

bezahlte Anzeige

Zehn Frauen im Porträt

Die Sammlung zeigt zehn Porträts von Künstlerinnen und Pionierinnen der elektronischen Musik. Das Ergebnis jahrelanger Recherche — die Künstlerin arbeitet seit 2005 daran — ist bis 30. 9. zu sehen. „Es freut mich, dass wir Elisabeth Schimana hier ausstellen können. Sie wird auch in der großen Konzertnacht in der Gleishalle der Postcity (9. 9., Anm.) dabei sein. Wir haben ein großes Knowhow im Bereich der Medienkunst“, betonte Kulturstadträtin Doris Lang-Mayerhofer.

Die Ausstellung skizziert das Wirken von Liesl Ujvary, Rebekah Wilson aka Netochka Nezvanova, Heidi Grundmann, Eliane Radigue, Andrea Sodomka, Maryanne Amacher, Anne La Berge, Electric Indigo und Beatriz Ferreyra. Mit dem zehnten Porträt, jenem von Elisabeth Schimana, ist die Serie vorerst abgeschlossen. „Alle Künstlerinnen bringen einen anderen Hintergrund mit“, so Schimana. Ob aus der Klubmusik, der Literatur, der bildenden Kunst, der Musique croncrète oder dem Flötenspiel — die Zugänge sind vielfältig und auch die zu besichtigenden Objekte vom Code über altes Gerät, vom Arbeitsplatz mit Retro-Computer, Coca Cola und Zigaretten bis hin zum Max-Brand-Synthesizer und zu Unikaten („Solfege de l’Objet sonore“).

ast

Termine, September, Soundbrunch, 12 Uhr: 6., 7., 8., 9., 10.; Listening Session, 17 Uhr: 6. und 8.; Künstlerinnenführung, 16 Uhr: 7. und 8.; Postcity, 22.40 Uhr: 9., „Into the Sun/In die Sonne“.

Infos: www.lentos.at, ars.electronica.at