Von Biest keine Spur

Unterwegs durch Stadt und Land mit dem elektrisch betriebenen Roller SNE Beast.

Einer! Und noch einer! Und noch einer! Hurra! Mah ist so ein Roller toll! Nix mit Stau im Feierabendverkehr, das – natürlich legale – Durchwurschteln mit dem 70 Zentimeter breiten SNE Beast klappt wunderbar. Das besondere dabei: Der Roller fährt elektrisch, verfügt über bis zu drei herausnehmbare Akkus, die an der Haushaltssteckdose geladen werden können.

Ein Vorteil des straff gefederten E-Rollers gegenüber seinen Benzinbrüdern ist das unmittelbar anliegende Drehmoment, weshalb das 6000 Euro teure Gefährt prompt losdüst, zügig beschleunigt und dabei nur flüsterleise summt.

Typenschein

SNE Beast

Preis: ab € 5990,- inkl. Steuern und Abgaben; Testmopedpreis € 5990,-
Garantie: 2 Jahre
Service: Erstes Service nach 3000 km, danach alle 5000 km

Technische Daten:
Motor: Elektromotor mit 6000 Watt Leistung, max. 3 Lithium-Ionen-Akkus mit je 72 Volt Spannung und 30 Ah Nennladung
Getriebe: einstufig
Höchstgeschwindigkeit: 95 km/h
Bremsen: hydraulische Scheibenbremse vorne und hinten
Sitzhöhe: 820 Millimeter
Gesamtlänge: 2000 Millimeter
Radstand: 1430 Millimeter
Eigengewicht (ohne Akkus): 85 Kilogramm
Zuladung: 175 Kilogramm
Reifen vorne: 120/70
Reifen hinten: 120/70

Doch wie gewonnen, so zerronnen. Was in Linz an Boden gutgemacht wurde, geht außerhalb der Tore der Stadt flöten. Die erste Steigung aus Linz hinaus schafft der E-Roller mit 70 Sachen. Der zuletzt überholte Lkw wird in den Rückspiegeln schon bedenklich groß. Auf der Geraden dann pfeift der E-Roller mit 80 Sachen dahin, auf dem knapp 700 Meter langen Abwärtsstück erklimmt der SNE Beast dann mit Rückenwind und viel Heimweh die 90 km/h-Grenze, wie der digitale Tacho vermeldet.

Vom Biest, wie es der Name vermuten lässt, ist also keine Spur zu sehen, wirklich brachial geht es also nicht zur Sache. Generell lenkt der Roller zügig ein, bietet sogar zwei Personen auf der breiten Sitzbank Platz und darüber hinaus wartet er mit einem großen Top-Case auf, in dem sogar die Supermarkteinkäufe für einen Tag Platz finden. Die Sitzposition ist fahrzeugtypisch: Angewinkelte Beine, aufrechte Sitzposition, breite Griffhaltung. Einziges Manko: Die Digitalanzeige könnte schräger montiert sein, beim Blick auf Tacho und Restreichweite geht die Übersicht auf die Straße fast komplett verloren.

Der Schlussanstieg nach Hause ist dann noch eine Herausforderung. Die eine Kilometer lange Steigung wird mit 60 Sachen bewältigt. Nach 20 Kilometern ist dann das Ziel erreicht. Und siehe da: Die Reichweite ging laut Anzeige um etwa 25 Kilometer zurück. Es sind also noch 65 Kilometer in den Akkus drinnen. Na wenn das kein Versprechen für die sorgenfreie Rückfahrt ist?!

Fazit: Witziger Roller (hauptsächlich) für die Stadt, der mit guter Verarbeitung und angenehmer Sitzposition aufwarten kann, bei dem aber bei Kälte und Regen die Akkuleistung rasant abnimmt.

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