Von Ikea bis zum Mars

Linz: „Research Spaces“ der Vereinigung Kunstschaffender im OÖ Kulturquartier

Aus der Serie „The Kepler Station“ von Florian Voggeneder
Aus der Serie „The Kepler Station“ von Florian Voggeneder © Voggeneder

Von Eva Hammer

Eine besondere Art der Raumforschung betreiben die Kuratorinnen Violetta Wakolbinger und Katharina Acht in den Räumen der Vereinigung Kunstschaffender (bvoö). „Research Spaces“ ist eine Fotoausstellung mit sechs künstlerischen Positionen zu Auswirkungen von Räumen auf den Menschen, vom realen alltäglichen Raum bis hin zu Weltraumvisionen. In jedem Raum entsteht Kunst. Und nicht nur äußerer Raum wird in dieser Schau thematisiert, auch eine innere Reise wird zum Forschungsort erklärt — und in Bildern festgehalten, ebenso das Spiel mit Zeitebenen.

bezahlte Anzeige

Nostalgische Idyllen mit Schwimmerinnen

Ganz reale Räume sind Wartezimmer. Die Erfahrung zwischen Warten, Furcht und Hoffnung thematisiert Alexandra Grill (*1974). Florian Voggen- eder (*1986) schuf in der Wüste Omans die Mars- Simulation „The Kepler Station“. Zur sinnlich raumfüllenden Erfahrung verführt Stefan Kuntner (*1967). Ein rostiges Drahtbündel zeigt eine ähnliche Textur wie der weibliche Haarschopf im Zentrum eines Textils, das, obwohl bloß brauner Fetzen, den Schoß eines Männerkörpers definiert. Stefan Weningers (*1980) Arbeit führt ins Möbelhaus IKEA, zu einer Gesellschaft, die nur aus Beinen und Schuhen besteht. Ein aufgelassener Pool am Pöstlingberg inspirierte Sara Koniarek (*1996) zu nostalgischen Idyllen mit Synchronschwimmerinnen. Auf Aluplatten druckt Lisa Hopf (*1990) ihre Landschaftsfotos, geteilt und gebrochen durch Knicke in den Metallplatten, die Licht und Schatten technisch verändern und unterschiedliche Räume in homogenen Gegenden schaffen.

Jeder Kunstschaffende zeigt mit seinen Bildern zum Raum ein eigenes Universum, das zu sichten und erforschen sich auf jeden Fall lohnt.

*

Ausstellungsdauer bis 26. September im OÖ Kulturquartier, bvoö, Mo bis Fr: 15 bis 19 Uhr, Sa: 13 bis 17 Uhr