Von Michael Corleone bis Jimmy Hoffa: Al Pacino wird 80

Seine Karriere startete im Theater — Noch heute agiert der Schauspieler italienischer Herkunft umtriebig im Netz und auf der großen Leinwand

Es ist die letzte Szene in „Der Pate“. Als Michael Corleone wird ihm die Hand geküsst, er wird erstmals angesprochen als „Don Corleone“ … Jetzt ist Al Pacino der Pate und hat eine der vielen, vielen Rollen, die sein Leben als Schauspieler geprägt haben.

Al Pacino ist eine Leinwand-Legende, am 25. April feiert er seinen 80. Geburtstag. Erst kürzlich ließ Star-Regisseur Martin Scorsese neben Pacino in „The Irishman“ auch Robert De Niro und Joe Pesci über einen Zeitraum von 40 Jahren altern bzw. digital verjüngen.

Doch am Ende war es die Schauspielkunst, die dem brillanten Pacino in diesem Jahr seine neunte Oscar-Nominierung einbrachte. „The Irishman“ war übrigens Pacinos erste Zusammenarbeit mit Regisseur Scorsese, mit De Niro hatte Pacino schon Klassiker wie „Der Pate — Teil II“ oder „Heat“ gedreht.

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Mit fast 80 bei Scorsese, Amazon und Tarantino

Mit fast 80 Jahren mischte Pacino zuletzt gleich in drei Produktionen mit. Auf „The Irishman“ folgte im Frühjahr eine Hauptrolle in der umstrittenen Amazon-Serie „Hunters“. Davor hatte er einen Auftritt als Filmagent in Quentin Tarantinos „Once Upon A Time in Hollywood“.

20 Jahre nach seiner ersten Oscar-Nominierung für „Der Pate“ (1973) schaffte er es im achten Anlauf mit der Rolle des blinden Ex-Offiziers und raubeinigen Charmeurs Frank Slade in „Der Duft der Frauen“ (1993) auf die Oscar-Bühne. Davor war er für Auftritte in Filmen wie „Serpico“ (als gebrochener Cop), „Hundstage“ (als Geiselnehmer) oder „Glengarry Glen Ross“ (als verschlagener Immobilienmakler) nominiert gewesen.

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Natürlich war es seine Darstellung von Michael Corleone, die Pacino zum Hollywood-Star machte. Regisseur Francis Ford Coppola setzte sich damals gegen zweifelnde Produzenten durch, die den jungen Italo-Amerikaner Alfredo James Pacino anfangs für die Rolle des Sohnes des Paten Don Corleone (Marlon Brando) für zu weich hielten. In der Mafia-Trilogie (1972-1990) wandelte sich Pacinos Figur vom braven Studenten zum kaltblütigen Oberhaupt des Familienclans.

Er wuchs ärmlich in der New Yorker Bronx auf

Al Pacino hatte keine leichte Kindheit. Nach der frühen Scheidung seiner Eltern wuchs er unter ärmlichen Verhältnissen bei den sizilianischen Großeltern in der New Yorker Bronx auf. Seine Mutter Rose jobbte zeitweise in einem Kino. Die Liebe zur Schauspielerei entdeckte er schon als Teenager. Bei der New Yorker Theatergruppe „The Living Theatre“ habe er in den frühen 1960er Jahren mit Martin Sheen gearbeitet, erzählte Pacino in einem Zeitungsinterview. Pacino nahm bei Charles Laughton und dem legendären „Method Acting“-Lehrer Lee Strasberg Unterricht. Mit Ende 20 stand er auf den New Yorker Bühnen, auf der Leinwand fiel er erstmals 1970 als neurotischer Drogendealer in „Panik in Needle Park“ auf. Trotz Hollywood-Karriere blieb der Shakespeare-Fan dem Theater treu und kehrte immer wieder auf die Bühne zurück.

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Pacino war nie verheiratet. Die Zwillinge Anton und Olivia aus seiner Beziehung mit der Schauspielerin Beverly D’Angelo sind 19 Jahre alt. Die älteste Tochter Julie (30) arbeitet als Filmproduzentin, ihre Mutter ist eine Schauspiellehrerin. Pacino hatte langjährige Liebschaften, darunter auch mit seiner „Pate“-Kollegin Diane Keaton.

Mit Blick auf seinen 80. Geburtstag sagte Pacino, dass er das runde Jubiläum eher gelassen angehe.

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