Von Schulen mit Marktplätzen und Klassen ohne Türen

Delegation unter der Leitung von Bildungsreferentin LH-Stv. Christine Haberlander besuchte oö. Vorzeigeschulen

LH-Stv. Christine Haberlander besuchte in Wallern Volksschüler im Werkunterricht
LH-Stv. Christine Haberlander besuchte in Wallern Volksschüler im Werkunterricht © Schaffner

„Wir müssen nicht mit Neid ins Ausland schauen. Es gibt auch in Oberösterreich Schulen mit innovativen pädagogischen Konzepten, die sich in den Bauten widerspiegeln“, zog kürzlich Bildungsreferentin LH-Stv. Christine Haberlander in Schwanenstadt nach dem Besuch dreier Standorte eine positive Bilanz.

Völlig zurecht, denn bereits beim Betreten der Volksschule Wallern im Bezirk Grieskirchen, der Volksschule Nußbach im Bezirk Kirchdorf und der NMS Schwanenstadt 1 im Bezirk Vöcklabruck fällt dem Besucher eines auf: Hier haben sich die Gemeinden als Schulerhalter, die Eltern und die Architekten gemeinsam intensiv und oft jahrelang darüber Gedanken gemacht, wie man ein angenehmes Umfeld schaffen kann, in dem das Lernen für die Kinder nicht Stress bedeutet, sondern es ihnen Freude bereitet.

So wurde bei den Bauten viel Glas verwendet, um eine größtmögliche Helligkeit zu erzielen. Holzelemente sorgen wiederum für Behaglichkeit.

Marktplatz-Konzept geht auf

Herzstücke der Gebäude sind die so genannten Marktplätze, die von den Kindern gerne als Erweiterung des Klassenraums genutzt werden – etwa zum Lesen, Üben, Pause machen oder Spielen. Um diese herum sind clusterartig die Klassenräume angelegt, wobei man in Nußbach – als Einzigartigkeit in Oberösterreich – gänzlich ohne Türen zu den Klassen auskommt. „Dadurch ist gewährleistet, dass die Kinder aus unterschiedlichen Stufen miteinander im Marktplatz arbeiten“, erläutert die Direktorin Gabriele Schmidhuber. In ihrer 2017 eröffneten Schule, in der 95 Kinder in sechs Klassen unterrichtet werden, gibt es übrigens anstatt der üblichen Konferenzen Teamsitzungen der Lehrer.

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Großen Wert hat man in der 2018 eröffneten Volksschule Wallern mit ihren 140 Schülern in acht Klassen auf die Küche gelegt, wo regionale und saisonale Speisen angeboten werden. Der Turnsaal wird auch von den örtlichen Vereinen genutzt, was insbesondere in der 2016 in Betrieb gegangenen NMS Schwanenstadt mit ihrem sportlichen Schwerpunkt für 200 Schüler samt integrierter Musikschule laut Bürgermeister Karl Staudinger sehr gut funktioniert. Und in den Werkräumen der drei Vorzeigeschulen, die keinen internationalen Vergleich zu scheuen brauchen, sieht man die Mädchen mit der Stichsäge Figuren ausschneiden, während die Buben beim Häkeln eine durchaus gute Figur machen. „In Oberösterreich sind wir am richtigen Weg. Tolle architektonische Bauten, verbunden mit moderner Pädagogik, bilden eine lernfreudige Umgebung für unsere Schüler“, erläutert Bildungsdirektor Alfred Klampfer.

Von Heinz Wernitznig aus Schwanenstadt

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