Von wilden Mäusen und Stieren und Attwenger

Österreichisches Kino: Wer die Wahl hat ...

Wilde Mäuse: Josef Hader, Georg Friedrich und Murathan Muslu
Wilde Mäuse: Josef Hader, Georg Friedrich und Murathan Muslu © Filmladen/Wega Film

Es ist eine massive Krise, in die Georg (Josef Hader) rutscht. Der Kulturjournalist muss damit klarkommen, dass er beruflich vor die Tür gesetzt wird, seine Freundin ein Kind möchte und der Wiener Prater allerlei Mäuse bereithält.

Eine neue Geschäftsidee für ihn, aber auch diverse Pläne für die Zukunft seines Chefredakteurs beschäftigen den 50-Jährigen nun in „Wilde Maus“, Haders Regiedebüt aus dem Jahr 2017. Es ist nicht der einzige Film mit und von Hader, der auf vodclub.online aufs Ansehen wartet.

Und einmal wieder „Silentium“ sehen mit dem legendären Brenner, ganz nach dem Motto „Jetzt ist schon wieder was passiert.“

Apropos legendar: „Indien“ (1993) oder die „Schnitzeltour“, wie andere sie nennen, gibt es auch im Kinoclub ebenso wie eine kleine Zeitreise in die filmische Vergangenheit von Regisseur und Oscar-Preisträger Stefan Ruzowitzky: Von frühen Werken wie „Tempo“ (1996) über „Die Siebtelbauern“ (1998) bis „Die Hölle“ (2017) reicht das Angebot.

Ganz oberösterreichisch wird es aber auch mit Wolfgang Murnbergers „Attwengerfilm“ (1995), neueren Datums ist „Nevrland“ (2019) des Linzer Filmemachers Gregor Schmidinger. Der atmosphärische, harte und wilde Streifen wurde beim Österreichischen Filmpreis dreimal ausgezeichnet.

Der absolute Abräumer war dort „Joy“ von Sudabeh Morteza — auch bereits auf vodclub.online zu finden ebenso wie der äußerst empfehlenswerte „Der Boden unter den Füßen“ von Marie Kreutzer mit Valerie Pachner und Pia Hierzegger als Schwestern, die mit den Anforderungen an sie kämpfen.

Eindringlich und intensiv: „Risse im Beton“ (2014) von Umut Dag, den es online ebenso gibt wie Andreas Prochaska österreichischen Western „Das finstere Tal“ — beide Gewinner beim Österreichischen Filmpreis 2015. Dag zeichnet einfühlsam das Leben von Ertan (Murathan Muslu) nach, der nach zehn Jahren im Gefängnis erkennen muss, dass sein Sohn den gleichen Weg wie er einzuschlagen droht.

Prochaska lässt in seinem Film mit Tobias Moretti und Paula Beer gekonnt die Schroffheit der Landschaft auf die brutale Abgebrühtheit der Menschen prallen. Dem bosnischen Stierkampf widmet sich der Linzer Filmemacher Siniša Vidović in „Korida“, eine ganze Reihe von Werken finden sich von Regielegenden wie Michael Glawogger, Ulrich Seidl, Jessica Hausner uvm.

Topaktuell kann auch schon Harald Friedls aufschlussreiche Doku „Brot“ geschaut werden.

Wo hört man auf? Am besten gar nicht, denn wenn es sein muss, geht Kino eben auch zuhause. Viel Spaß beim österreichischen Filmgenuss!

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