Corona-Vakzine von Johnson & Johnson in der EU zugelassen

Der Corona-Impfstoff von Johnson & Johnson kann nun auch in der Europäischen Union genutzt werden. Die EU-Kommission genehmigte dies am Donnerstag, wie Präsidentin Ursula von der Leyen auf Twitter mitteilte. „Mehr sichere und wirksame Impfstoffe kommen auf den Markt“, schrieb von der Leyen. Die Kommission folgte einer Empfehlung der EU-Arzneimittelbehörde EMA, die das Vakzin eingehend geprüft hatte. Es ist der vierte in der EU zugelassene Impfstoff gegen Covid-19.

Die EU-Kommission hat bei dem US-Hersteller Impfdosen für 200 Millionen Menschen bestellt. Es gibt Befürchtungen, dass das Unternehmen nicht rechtzeitig liefern könne, unter anderem, weil der Impfstoff in den USA abgefüllt wird und dort faktisch ein Exportstopp für Corona-Impfstoffe herrscht. Der Hersteller hat aber zugesagt, ab April zu liefern. Die EU-Kommission ist nach eigenen Angaben im Gespräch mit den US-Behörden, um die Lieferungen zu sichern.

Nach Angaben seines Chef-Wissenschaftlers Paul Stoffels wird Johnson & Johnson bis Ende des Jahres eine Milliarde Dosen seines Corona-Impfstoffs ausliefern. „Nächstes Jahr können wir mehr als zwei Milliarden Impfungen schaffen, und sogar bis zu drei, wenn wir die Kapazitäten maximieren.“ Stoffels betont, er sei zuversichtlich, dass im zweiten Quartal 2021 wie geplant 55 Millionen Dosen in die EU geliefert werden könnten.

Das Präparat, das von der Johnson-Tochter Janssen in den Niederlanden entwickelt worden war, hat gegenüber den bisher zugelassenen Impfstoffen große Vorteile: So muss es nur einmal gespritzt werden – bei allen anderen Mitteln sind zwei Impfungen nötig. Das Vakzin kann zudem bei Kühlschranktemperatur gelagert werden. Die Wirksamkeit liegt nach Angaben der EMA bei etwa 67 Prozent. Bei einer schweren Covid-19-Erkrankung lag der Schutz in den Studien bei mehr als 85 Prozent – und das gilt auch für Ältere. Das Vakzin soll auch gegen Virus-Varianten effektiv sein. Neben Johnson & Johnson sind bereits die Impfstoffe von Biontech/Pfizer, Moderna und Astrazeneca in der EU auf dem Markt.

Österreichs Gesundheitsministerium sieht „Rückenwind“ für die heimische Impfkampagne: „Derzeit rechnen wir mit einer Verfügbarkeit von circa 2,5 Millionen von Johnson & Johnson bis spätestens Ende des Jahres.“ Die ersten Lieferungen seien im zweiten Quartal zu erwarten. Mit der Zulassung durch die EMA sei sichergestellt, „dass es sich dabei um einen sicheren und ausgezeichneten Impfstoff handelt“, der wie jeder zugelassene Covid-19-Impfstoff höchst wirksam und jedenfalls gut geeignet sei, um schwere Krankheitsverläufe und Todesfälle zu verhindern.

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Für Pharmig-Generalsekretär Alexander Herzog kommt die Zulassung zur richtigen Zeit. „Angesichts der neuerlich steigenden Infektionszahlen und der Ausbreitung von Coronavirus-Mutationen ist die Zulassung des Impfstoffkandidaten von Janssen (der Pharmasparte von J&J, Anm.) ein weiteres, äußerst erfreuliches Signal. Mit diesem nun vierten Impfstoff erhält das Impfprogramm sozusagen Verstärkung, die in den nächsten Monaten eine merkbare Entlastung für Krankenhäuser und die Bevölkerung bringen kann.“ Das Unternehmen gehe davon aus, seine Liefervereinbarungen für 2021 zu erfüllen und avisierte den Lieferstart der für den EU-Raum fixierten 200 Millionen Dosen für das zweite Quartal. In einer weiteren Studie werde zudem noch überprüft, welche Wirksamkeit ein Zweidosis-Schema hat.

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