Vor zehn Jahre ging Lehman pleite

Gilt als einer der markantesten Punkte des Beginns der großen Krise

Nach der Insolvenz der Lehman Brothers mussten zuerst dort Personen ihre Arbeitsplätze, in der Folge zogen sich Kündigungswelle quer über den Globus.
Nach der Insolvenz der Lehman Brothers mussten zuerst dort Personen ihre Arbeitsplätze, in der Folge zogen sich Kündigungswelle quer über den Globus. © AFP/Stensall

Sie steht als Synonym für eine flächendeckende Fehlentwicklung auf den Finanzmärkten und bleibt wohl weithin mit der größten globalen Finanzkrise seit dem zweiten Weltkrieg verbunden bleiben: Am Samstag vor zehn Jahren musste die US-Investmentbank Lehman Brothers Insolvenzantrag stellen, alsbald danach musste der Versicherungskonzern AIG vom Staat gerettet werden. Die folgenden heftigen Turbulenzen an den Börsen befeuerten die Unsicherheit auf den globalen Märkten und führten zu einem Dominoeffekt, der den Welthandel in eine seiner tiefsten Krisen stürzte und der bis heute nachwirkt.

Ist globale Situation noch immer so anfällig?

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Auch wenn manche Experten schon vor dem Ausbruch der Krise die instabile Lage in den USA vor allem durch den aufgeblähten Immobiliensektor bekrittelten, kam der gewaltige globale Einbruch auf breiter Basis dann doch überraschend. Daher fragen sich auch derzeit wieder zahlreiche Experten, ob es ein ähnliches Katatstrophen-Szenario zehn Jahre danach erneut möglich wäre. EZB-Präsident Mario Draghi betonte vorgestern in Frankfurt, dass die Banken mittlerweile deutlich stabiler sein als 2008, auch wenn man sich auf diesen Lorbeeren nicht ausruhen dürfe. In der gleichen Rede erklärte er, dass das Anleihenankaufprogramm wohl zu Jahresende auslaufen wird. Dies war Teil jenes Aktionsplans, den er 2012 mit seinem „whatever it takes“-Sager ankündigte und damit die Wirtschaft in der anhaltenden Krise beruhigte. Er kündigte diese Woche zudem an, stärker gegen Schattenbanken vorzugehen, da diese eine Gefahr darstellen.

Nowotny sieht wichtige Lehren aus Krise

Der Gouverneur der Oesterreichischen Nationalbank, Ewald Nowotny, sieht wichtige Lehren aus der Krise gezogen: „Die Frage der Liquiditätsversorgung ist immer der zentrale Punkt.“ Zweitens müsse man versuchen, rechtzeitig einen Überblick, über die Verflechtungen im Bankensystem zu haben. „Bei Lehman wusste man nicht, wer hier konkret betroffen ist“, so der Gouverneur. Drittens habe die Politik der Deregulierung im Finanzsystem zu massiven Problemen geführt, auf die mit einer Reregulierung reagiert wurde, betonte er gestern.

Als Errungenschaften der Post-Lehman-Ära bezeichnete Nowotny auch die deutlich bessere Kapitalausstattung der Banken.