Vorreiter für die ganze Welt

Im Vorjahr wagte die Formel 1 in Spielberg den Neustart nach dem Corona-Lockdown

Leere Tribünen, aber wichtiges Zeichen für den internationalen Sport — Valtteri Bottas fuhr recht einsam zum Auftaktsieg 2020.
Leere Tribünen, aber wichtiges Zeichen für den internationalen Sport — Valtteri Bottas fuhr recht einsam zum Auftaktsieg 2020. © AFP/Foeger

„Gott sei Dank ist die Bilanz sehr, sehr positiv“, erklärte Peter Bayer, Generalsekretär des Internationalen Motorsportverbands FIA vor exakt 353 Tagen.

„Die Formel 1 meldete sich eindrucksvoll zurück“, titelte das VOLKSBLATT nach dem sehr verspäteten Auftakt der Formel-1-Saison 2020.

Nicht nur eine Corona-Premiere

Der 5. Juli 2020 war jener Tag, an dem die Sportwelt aufatmete — denn die Formel 1 bewies in Spielberg, dass auch in der Corona-Pandemie große internationale Veranstaltungen möglich sind — wenn auch ohne Zuschauer.

Das Sicherheitskonzept mit Charterflügen, eigenen „Blasen“, für Teams, Journalisten, etc. und umfassendem Test-Konzept überzeugten nach langen Verhandlungen die heimische Politik und sollte zum Vorbild für viele Sportarten werden.

Und Österreich war einmal mehr zum Vorreiter — wie vorher schon bei der Fußball-Bundesliga und später beim Ski-Weltcup-Auftakt in Sölden.

Aber nicht nur in Sachen Corona war der erste (von zwei) Grand Prix in der Steiermark eine Premiere. Auf Initiative von Lewis Hamilton und inspiriert durch den US-Sport knieten sich fast alle Fahrer vor dem Start nieder und setzten so ein Zeichen gegen immer mehr aufkommenden Rassismus. „Stop racism“ stand auf der Start-Ziel-Geraden. Sportlich war es der Tag des Valtteri Bottas (FIN), der vor Charles Leclerc (MON) zum Sieg raste.

Von Masken bis Sprudelwasser

Die „Süddeutsche Zeitung“ lieferte die perfekte Zusammenfassung des Auftakts: „Hunderte außergewöhnliche Motive: Männer mit Masken. Leere Tribünen. Piloten mit Anti-Rassismus-Shirts. In Schwarzpfeile umlackierte Silberpfeile.

… Und schließlich einen ferngesteuerten Servierwagen, der dem Rennsieger Valtteri Bottas freundlicherweise ein Handtuch und ein bisschen Sprudelwasser ohne zwischenmenschlichen Kontakt und Coronaviren zukommen ließ.“

Die Bilder von den beiden Wochenenden heuer (26. bis 28. Juni und 2. bis 4. Juli) werden Gottlob wieder andere sein — lockerere Corona-Regeln, jubelnde Zuschauer und überaus ausgelassene Siegerehrungen.

Von Tobias Hörtenhuber

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