„Vorwärts ist wie eine Familie“

Steyr-Kapitän Prada über die Vorbereitung, die Infrastruktur, die Fans und seine Zukunft

Den Blick immer nach vorne gerichtet: Der spanische Kapitän Alberto Prada sieht Vorwärts Steyr auf einem guten Weg.
Den Blick immer nach vorne gerichtet: Der spanische Kapitän Alberto Prada sieht Vorwärts Steyr auf einem guten Weg. © SKV/Waldbauer

Wie weit BMD Vorwärts Steyr nach dem Umbruch noch von der Form aus der Zweitliga-Rückrunde (Platz 3) entfernt ist, zeigte die 0:1-Pleite im Cup gegen Regionalligist Hertha Wels.

Im Interview vor dem Pokal-Derby blickte Kapitän Alberto Prada (33) trotz durchwachsener Testspiele dem Liga-Start gegen Rapid II am Freitag zuversichtlich entgegen und wartete mit einer Liebeserklärung an Fans und Verein auf.

Zehn Zugänge, zehn Abgänge, zum wiederholten Mal erleben Sie in Steyr einen totalen Umbruch. Keine leichte Aufgabe für einen Führungsspieler.

Nein, weil man auf viele Sachen aufpassen muss, viele neue Spieler integrieren muss. Es ist natürlich schwierig, aber es ist auch eine schöne Aufgabe, die ich gerne mache. Wir haben viel Teambuliding absolviert, alle sind voll integriert.

Wie würden Sie die aktuelle Mannschaft beschreiben?

Eine Mischung aus zwei, drei erfahrenen Spielern und vielen jungen, talentierten Spielern mit viel Potenzial.

Verstehen Sie, dass sich manche Fans aufgrund der Abgänge einiger Leistungsträger und der sehr bescheidenen Ergebnisse in der Vorbereitung Sorgen machen?

Auf der einen Seite schon, weil die Ergebnisse überhaupt nicht gepasst haben. Auf der anderen Seite muss man aber schauen, gegen welche Gegner wir gespielt haben. Das waren richtig, richtig starke Gegner. Aber natürlich will keiner 0:8 oder 0:6 verlieren. Ich bin allerdings überhaupt nicht nervös, wir haben viele junge Spieler und es ist ganz normal, dass so etwas passieren kann. Ich glaube sogar, dass es uns gutgetan hat, weil wir genau gesehen haben, welche Fehler wir machen und wo wir uns verbessern müssen.

Mit welchen Zielen gehen Sie in die Saison?

Das Ziel ist, jedes Spiel zu gewinnen. Wir wollen immer mit der Überzeugung auf das Feld gehen, dass wir das Match gewinnen werden. Wenn wir diese Einstellung haben, dann werden wir viele Punkte erreichen.

Als Sie vor drei Jahren nach Steyr gekommen sind, waren Sie einer von vielleicht drei, vier Vollprofis, heuer stehen nur noch solche im Kader.

Die Richtung stimmt. Wir können uns aber fast nur junge und unerfahrene Profis leisten. Ich denke, dass ist ein erster Schritt und es wird immer besser und besser werden in Steyr. Natürlich ist es für mich auch ein wenig schade, weil ich viele gute Freunde gefunden habe und nicht alle Profis werden konnten. Das gehört aber dazu.

Anders als das sportliche Umfeld präsentiert sich die Infrastruktur nicht unbedingt als Zweitliga-tauglich. Glauben Sie, dass Sie die eigentlich längst geplante Stadion-Renovierung noch als Aktiver erleben?

Es geht nicht darum, ob ich das noch erlebe, aber hoffentlich bekommt die Vorwärts bald etwas Neues. Die Infrastruktur passt nicht mehr für die zweite Liga, so ehrlich müssen wir sein. Ich glaube, das weiß jeder im Verein. Aber sie kämpfen, weil sie das unbedingt ändern wollen. Die Renovierung wäre ein riesiger Schritt, obwohl ich das Stadion extrem schön finde. Aber klar, es braucht eine Modernisierung, auch in Sachen Trainingsbedingungen.

Was zeichnet Vorwärts Steyr aus?

Es ist ein familiärer Verein. Die Leute, die hier arbeiten sind wie eine Familie. Das versuchen wir auch den Spielern in der Kabine mitzugeben. Mit den Fans ist die Atmosphäre auf dem Platz etwas Besonderes. Du weißt einfach, sie stehen hinter dir. Das habe ich in Spanien schon erlebt, aber hier noch nirgendwo anders. Und eines ist sicher: Wir brauchen die Fans gegen Rapid unbedingt. Sie müssen Vollgas geben.

Sie sind ein absoluter Fanliebling. Darf man Sie schon als Vorwärts-Legende bezeichnen?

Es gibt viele Legenden im Verein, aber ich sehe mich nicht als eine. Wenn ich einmal meine Fußball-Karriere beende und ich in Steyr eine Legende bin, wäre das ein Traum. Ich will so lange wie möglich Profi-Fußball spielen, aber natürlich ist es für mich schwer vorstellbar, das woanders als in Steyr zu machen.

Mit Vorwärts-Kapitän ALBERTO PRADA sprach Tobias Hörtenhuber

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