VW ID.3 – Der Gamechanger

Der ID.3 war nicht der Anfang der E-Mobilität bei VW. Aber er ist von Beginn an der, der auf dem Massenmarkt – vor allem in Österreich und Deutschland – als Maßstab dient, an der sich die Elektrofahrzeuge künftig orientieren werden müssen. Da stören nicht einmal ein paar Kinderkrankheiten.

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Viel wurde geschrieben, gelästert und gemeint: VW verschläft den Zug in Richtung E-Mobilität. Die Koreaner machen das schon viel länger und besser. Tesla wird da uneinholbar bleiben.

Die Chinesen geben bei der Batterieproduktion den Ton an. So wird das nie was mit VW und Zukunftsorientierung. Und ja, es stimmt: Die Wolfsburger waren mit all ihren Marken spät, sogar sehr spät, dran mit ihren E-Modellen.

Aber wer die Philosophie des Wolfsburger Konzerns kennt, weiß: Spätestens der Abgasskandal, der im Herbst 2015 publik wurde, hat für ein Umdenken in Wolfsburg gesorgt und zudem bewirkt, dass der VW-Konzern nicht auf Klein-Klein in die E-Mobilität eingestiegen ist, sondern gleich mit voller Wucht; die halt nur Europas größter Autohersteller aufbringen kann.

Typenschein

VW ID.3 1ST Edition Plus

Preis: ab € 45.390,- inkl. Steuern und Abgaben; Testwagenpreis € 45.390,-; einen VW ID.3 (Pure Performance Upgrade 45 kW/h Basis) gibt es ab € 33.020,-
NoVA/Steuer: 0 %/ € 0 jährlich
Garantie: 5 Jahre bis max. 100.000 km, 3 Jahre Lackgarantie, 12 Jahre gegen Durchrostung, 2 Jahre Reparatur-Gewährleistung auf Werkstattarbeit, Originalteile und Originaltauschteile
Service: alle 30.000 km oder jedes Jahr

Technische Daten:
Motor: permanentmagneterregte Synchronmaschine 150 kW/204 PS Höchstleistung, 70 kW/95 PS 30-Minuten-Leistung max. Drehmoment 310 Nm
Getriebe: Eingangautomatik
Antrieb: Heckantrieb
Höchstgeschwindigkeit: 160 km/h
Beschleunigung 0-100 km/h: 7,9 s
Leistungsgewicht: 8,67 kg/PS
WLTP-Verbrauch: 14,9 kWh
VOLKSBLATT-Testverbrauch: 18 kWh

Eckdaten:
L/B/H: 4261/1809/1568 mm
Radstand: 2770 mm
Eigen-/zul. Gesamtgewicht: 1769/2260 kg
Kofferraum: 385-1267 Liter
Batterie: 77 kWh
Reifen: 4 x 215/50 R19 93T auf 19“-Alus

Sicherheit:
Regelsysteme: ABS/EBV/ESP/ASR/BA/BSD/RSR/LKA/ACC
Airbags: 6

Die Basis dafür heißt MEB (Modularer E-Antriebs-Baukasten). Und wie auch beim MQB für die Verbrenner des VW-Konzerns – MQB steht für Modularer Querbaukasten – ist der MEB mit seiner Skateboardarchitektur der Grundstein für eine Modellvielfalt, die der VW-Konzern nun nach und nach ausrollt.

Auf dem MEB bauen nämlich der Audi Q4 e-tron und der Skoda Enyaq genauso auf, wie der Cupra Born und der VW ID.4. Auch der für 2022 angekündigte Kleinbus VW ID.Buzz steht auf dem MEB wie eben der ID.3, der hierzulande vor Kurzem auf den Markt kam – und damit gleich alles Abkürzungen erklärt sind: ID steht für intelligentes Design und wird in der VW-Nomenklatur für die E-Modelle verwendet.

Die Speerspitze bildet dabei der kompakte, 4,261 Meter lange ID.3 – sozusagen der Golf der Elektromobilität, wenn es nach den Wolfsburgern geht; wobei der Golf mit 4,287 Metern unmerklich länger ist.

Der Fünfsitzer rollt hauptsächlich in Zwickau (Sachsen) vom Band, aber auch in der gläsernen Manufaktur und von Konzernchef Herbert Diess abwärts wurde und wird der keilförmig-kantige Kompakte als Gamechanger gefeiert.

Das Wesen des Autos außen wie innen ist leicht erklärt. Kantig, klar, präzise mit einem Hauch Futuristik ohne Markenkern und -identität zu verleugnen und ohne die breite VW-Stammkundschaft zu verschrecken.

Außen leuchten die schmalen Scheinwerfer mit LED-Technologie, die Windschutzscheibe nach der kurzen Motorhaube steigt flach an, die Dachlinie des kompakten Fünftürers vermittelt einen Hauch Coupé und das Heck wiederum fällt rapide ab. Innen ist so gut wie alles digital und neu konzipiert – Knöpfe gibt es keine und die größte Neuerung ist das kleine Cockpitdisplay, teils konfigurierbar via Lenkradtasten. Beim Innenraum gilt darüber hinaus: Hartplastik trifft Designakzente.

Die Verarbeitung passt, ist aber nicht überragend. Die Platzverhältnisse gehen jedenfalls in Ordnung, mit 385 Litern liegt das Kofferraumvolumen im grünen Bereich, auch wenn nach Umlegen der Sitze das Gepäckabteil eine Stufe aufweist. Pluspunkt sind die geschickt angeordneten Ablagefächer, von denen es etliche im kompakten Stromer gibt.

Einen Startknopf sucht man vergebens, der Motor ist nach dem Einstieg bereits startbereit – das hat VW von Tesla übernommen. Der quirlige und wendige Fünfsitzer mit seinem phänomenalen Wendekreis gibt während der Fahrt direkte Rückmeldung von der Straße, rekuperiert vorausschauend und lenkt sauber und präzise ein.

Die Assistenten agieren souverän, der Verbrauch ist mit 18 Kilowattstunden gut, aber nicht übermäßig überzeugend, aber summa summarum besticht der ID.3 mit ausgereiften Fahreigenschaften.

Größter Schwachpunkt? Das Infotainmentsystem braucht erschreckend lange, da ist Gott sei Dank das Laden um einiges kommoder: Der ID.3 schafft Gleichstrom mit bis zu 125 Kilowatt.

Da ist der 77 Kilowattstunden große Akku nach knapp 40 Minuten wieder bei 80 Prozent. Und auch bei der Reichweite zeigt sich der ID.3 als Gamechanger, denn Reichweitenangst muss man mit dem Stromer nicht haben. Laut WLTP schafft der VW maximal 549 Kilometer, in der Praxis sind es mehr als 400.

Fazit

Gelungener Einstieg in die breitenwirksame E-Mobilität, das beweisen die Verkaufszahlen. Der VW ID.3 ist zweifelsohne ein Gamechanger, denn selbst ein Mitglied der oberösterreichischen Landesregierung hat sich den ID.3 als Dienstfahrzeug ausgesucht. Die Wahl von Klimalandesrat Stefan Kaineder fiel auf den Pro Performance Business.

 

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