VW Tiguan R-Line – Ein Wochenende in Wien

Vollgepackt und vollbesetzt mit dem VW Tiguan für ein Wochenende vom Linzer Zentralraum in die Bundeshauptstadt und wieder retour. Natürlich coronakonform und auch ohne Tankstopp.

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Knapp 200 Kilometer sind es vom Linzer Zentralraum bis nach Wien. Das hängt natürlich ein wenig davon ab, wie man fährt – etwa über die Außenringautobahn oder die Westeinfahrt – und wohin man genau in Wien will.

Jedenfalls steht mal wieder ein Oma-Besuch in der Bundeshauptstadt an und schon wird der VW Tiguan in der aufpreispflichtigen Außenfarbe Nightshade Blue Metallic beladen.

Unglaublich, wie viel vier Kinder für ein Wochenende mitnehmen müssen. Zum Glück hat das frisch geliftete, 4,509 Meter lange SUV genügend Platz im gut verarbeiteten Gepäckabteil mit elektrisch aufschwingender Heckklappe.

Typenschein

VW Tiguan R-Line
TDI SCR 4Motion DSG

Preis: ab € 45.490,- inkl. Steuern und Abgaben; Testwagenpreis € 56.756,92 unter anderem inklusive Außenfarbe Nightshade Blue Metallic € 646,80, adaptive Fahrwerksregelung € 1106,16, Cargo-Paket € 1577,40, Navi „Discover Pro“ inklusive Head-up-Display € 2187,24, Panorama-Glasdach € 1358,28, Progressivlenkung € 238,92, Triebwerkunterschutz € 282,48, Umgebungsansicht „Area View“ 848,76, Winterpaket € 332,64 und Easy Open und Close-Paket € 789,36; einen VW Tiguan gibt es ab € 27.590,-
NoVA/Steuer: 12 %/ € 889,92 jährlich
Garantie: 2 Jahre Neuwagengarantie, 3 Jahre Lackgarantie, 12 Jahre gegen Durchrostung, 2 Jahre Reparatur-Gewährleistung auf Werkstattarbeit, Originalteile und Originaltauschteile
Service: alle 30.000 km oder jedes Jahr

Technische Daten:
Motor: R4, 16V, Common-Rail, Turbolader, Partikelfilter, 1968 cm³, 110 kW/150 PS bei 3000 U/min, max. Drehmoment 360 Nm bei 1600-2750 U/min
Getriebe: Siebengangautomatik
Antrieb: Allradantrieb
Höchstgeschwindigkeit: 198 km/h
Beschleunigung 0-100 km/h: 9,3 s
Leistungsgewicht: 12,12 kg/PS
WLTP-Verbrauch: 6,6 Liter
VOLKSBLATT-Testverbrauch: 6,8 Liter
CO2-Ausstoß: 173 g/km
Euro 6d-TEMP

Eckdaten:
L/B/H: 4509/1839/1675 mm
Radstand: 2679 mm
Eigen-/zul. Gesamtgewicht: 1818/2300 kg
Kofferraum: 615-1655 Liter
Tank: 58 Liter (Diesel)
Reifen: 4 x 255/40 R20 101V auf 20“-Alus

Sicherheit:
Regelsysteme: ABS/EBV/ESP/ASR/BA/RSR/BSD/LKA/ACC/TPMS
Airbags: 6

Geländedaten:
Bodenfreiheit: 201 mm
Böschungswinkel vorne/hinten: 17,9°/19,9°
Rampenwinkel: 16,0°

615 Liter sind es, doch doppelten Boden sucht man vergebens – unter der Abdeckung liegt das Reserverad. Ist aber egal, alles hat Platz – auch Papa und die vier Kinder können sich im Innenraum breitmachen. Die Seitenfreiheit im Fond ist zwar begrenzt, dafür sind Kopf- und Beinfreiheit formidabel.

Die Orientierung im digitalen Cockpit fällt VW-geübten Fahrern leicht. Neulinge tun sich jedoch bei der Menüführung auf dem 9,2 Zoll großen Touchdisplay schwerer und die Bedienung der Klimaanlage via Touchslider ist auch gewöhnungsbedürftig. Das Head-up-Display (eine Plastikscheibe) ist schon ausgefahren, jetzt kann es also auch Richtung Wien losgehen. Und zwar im Tiguan R-Line TDI SCR 4Motion DSG. Das heißt: Zweithöchste Ausstattungslinie, Turbodiesel, Kat, Allrad und Siebengangdoppelkupplung.

Dabei treiben 150 Diesel-Pferde den 1,8-Tonner an. Das ist zwar alltagstauglich, beherzte Fahrten sind damit jedoch nicht möglich. Die maximal 360 Newtonmeter gibt der Zweiliter-Selbstzünder ohne große Umschweife an alle vier Räder weiter, weshalb der Fünfsitzer den Hundertersprint in angemessenen 9,3 Sekunden.

Großes Lob gebührt darüber hinaus der Automatik, die zu jeder Zeit den jeweils passenden Gang parat hält. Dazu kommen eine straffe und präzise Lenkung sowie perfekte, fein dosierbare Bremsen. Mit dem komfortabel gefederten Tiguan ist man dann auch in flotten Kurven sicher unterwegs, denn trotz 1,675 Meter Höhe hält sich die Seitenneigung in Grenzen.

In der Praxis also: Alles ganz entspannt, der tief brummende Motor ist innen kaum hörbar. Der adaptive Tempomat wählt auf der Autobahn die adäquate Geschwindigkeit, bremst also beim Knoten Steinhäusl (dort ist eine Hunderterbeschränkung) selbstständig auf das erlaubte Tempo.

Die Kinder sind mit dem Auto eh vernetzt, laden etwa ihre Smartphones in der induktiven Ladestation oder via USB-C-Port und haben in sämtliche der vielen, großen Ablagen irgendetwas hineingestopft. Die erhöhte Sitzposition erfreut darüber hinaus alle, die gute Rundumsicht vor allem den Papa.

In der Stadt gibt sich der Tiguan wendig, beim Einparken piepsen die Sensoren ganz nervös und die Umgebungskameras des Tiguan kommen auch brav zum Einsatz. Der Oma (sie fährt übrigens VW Golf, der sich wiederum die Plattform mit dem Tiguan teilt) gefällt das Auto auch ganz gut.

Sie bestaunt die feine Verarbeitung, die breiten Sitze samt Sitzheizung und staunt ob der vielen Knöpfe auf dem wuchtigen Lederlenkrad (einer davon ist für die dreistufige Lenkradheizung). Ihr Highlight sind dann interessanterweise die 20er-Alus – die nebenbei gesagt, allerdings knapp 440 Euro extra kosten. Beim Gesamtpreis reißt sie dann schon die Augen auf: denn der Tiguan kostet gut 56.700 Euro.

Nach einem gemütlichen Wochenende geht es am Sonntag bei Dunkelheit heimwärts. Das optionale IQ.Light entpuppt sich dabei als großer Wurf, leuchtet es doch grandios die Straße aus.

Ansonsten geht es über eine etwas andere Route retour ins Hoamatland, doch die fahrtechnische Conclusio bleibt gleich: Souverän, unaufgeregt, unspektakulär aber auch ohne große Emotionen.

Zu guter Letzt erfreut der Tiguan mit lediglich 6,8 Litern Verbrauch – das sind bloß 0,2 Liter mehr als der WLTP-Referenzwert. Ein Tankstopp war daher nicht notwendig. Vielmehr blieb für einen zweiten Wien-Trip genügend Diesel im Tank.

Fazit

Der Tiguan ist ein gut ausgestattetes, fesches Familienauto mit sportlichen Akzenten und geräumigen Ausmaßen, das kaum Schwächen zeigt.

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