WAC in verrücktem Nachtragsspiel in Hartberg nur 3:3

Der WAC hat Platz drei in der Fußball-Bundesliga und das damit verbundene Fixticket für die Gruppenphase der Europa League nicht mehr in der eigenen Hand. Die Wolfsberger kamen am Donnerstag in einem turbulenten Nachtragsspiel beim TSV Hartberg nicht über ein 3:3 hinaus. Shon Weissman erzielte für die Kärntner einen Doppelpack (70., 86.), vergab in der Nachspielzeit aber auch einen Elfmeter.

In der Tabelle verabsäumte es der WAC dadurch, am LASK vorbeizuziehen. Die Kärntner liegen nun einen Zählern hinter den Linzern. Die Entscheidung im Fernduell um Platz drei fällt am Sonntag in der letzten Runde. Der WAC empfängt zum Abschluss Vizemeister Rapid Wien, der LASK Serienmeister Salzburg.

Die Partie war am Vortag wegen heftiger Unwetter im Raum Hartberg nach über zwei Stunden Zuwarten abgesagt worden. Der zweite Versuch brachte ein verrücktes Spiel mit einer turbulenten Schlussphase. Die Treffer für Hartberg erzielten Andreas Lienhart (9.), Dario Tadic (56.) und Lukas Ried (88.). Neben Goalgetter Weissman war für den WAC auch Milos Jojic (52.) erfolgreich.

Auch am Donnerstag zogen drei Stunden vor dem geplanten Spielbeginn bedrohliche Gewitterwolken auf. Beim Anpfiff regnete es in der Oststeiermark aber gar nicht. Dennoch gab es eine kalte Dusche für den WAC: Lienhart traf nach punktgenauer Flanke von Amadou Dante per Kopf (9.).

Die Hartberger verteidigten sich nach der frühen Führung in der ersten Hälfte geschickt und bereiteten den Kärntnern mit ihrem schnellen Umschaltspiel immer wieder Probleme. Erst scheiterte Rajko Rep im Eins-gegen-Eins an WAC-Schlussmann Alexander Kofler, Sekunden später setzte Tadic einen Kopfball nach Lienhart-Flanke nicht platziert genug (31.). Kofler vereitelte auch eine weitere Doppelchance von Rep (38.).

Nach Seitenwechsel fand der WAC zu seinem Spiel. Jojic verwertete ein Zuspiel von Alexander Schmidt mit dem Spitz. Hartberg schlug aber fast postwendend wieder zu. Lienhart sah Tadic, der den Ball zu seinem 15. Saisontor ins kurze Kreuzeck ballerte. Ein Abseitstor von Weissman wurde zurecht nicht anerkannt (62.). Der Israeli erhöhte sein Torkonto dennoch auf 29 – und führt die Bundesliga-Schützenliste eine Runde vor Schluss mit fünf Treffern Vorsprung auf Salzburgs Patson Daka an.

Weissman wurde bei beiden Toren von Marc Andre Schmerböck bedient. Erst verwertete er eine Maßflanke am langen Eck, in der 86. Minute spitzelte er den Ball aus kurzer Distanz an Hartberg-Keeper Rene Swete vorbei. Davor war der eingewechselte Cheikhou Dieng noch aus spitzem Winkel an Swete gescheitert (79.).

Weissmans 3:2 war der Startschuss einer turbulenten Schlussphase. Einen Kopfball von Thomas Rotter bugsierte Ried ebenfalls per Kopf zum Ausgleich ins Netz. Auf der Gegenseite wurde Dieng an der Strafraumgrenze von Amadou Dante gefoult. Nach einigen Diskussionen gab es Elfmeter. Weissman ließ sich die Chance aber entgehen, setzte den Ball an die rechte Außenstange.

Hartberg holte dadurch seinen ersten Heimpunkt in der Meistergruppe. Der WAC gab gegen die Oststeirer wie schon im Heimspiel, das nach 2:0-Führung noch 2:4 verloren ging, Punkte ab und benötigt für die fixen Europa-League-Millionen nun Schützenhilfe aus Salzburg.

Für die Hartberger geht es am Sonntag zum Abschluss der Meisterrunde gegen Schlusslicht Sturm Graz. Danach stehen am 11. Juli (auswärts) und am 15. Juli (zu Hause) noch die Play-off-Entscheidungsspiele um die Europa-League-Qualifikation auf dem Programm. In diesen spielen die Hartberger gegen den Sieger aus Austria Wien gegen Altach um ihre erste Europacup-Teilnahme, die auch ein Argument für einen Verbleib ihres umworbenen Trainers Markus Schopp wäre.

Wie ist Ihre Meinung?