WAC – WSG Tirol als „Finale“ um Meistergruppen-Platz

In der Lavanttal-Arena steigt am Sonntag ein Bundesliga-Duell mit Finalcharakter. Im Falle eines Sieges über die WSG Tirol würde der fünftplatzierte Gastgeber WAC den Grunddurchgang fix unter den Top Sechs abschließen. Der Tabellensiebente aus Wattens benötigt unbedingt Punktezuwachs. Unter Siegzwang steht auch die Wiener Austria beim Gastspiel in Graz gegen Sturm, der Tabellenzweite Rapid empfängt Hartberg. Die weiteren Duelle lauten Ried – LASK und St. Pölten – Altach.

WAC-Coach Roman Stary feierte in der Vorwoche mit dem 4:0 in Ried ein überaus gelungenes Debüt und hofft nun auf einen ähnlich starken Auftritt seines Teams. Der Nachfolger von Ferdinand Feldhofer führte seit seinem Amtsantritt viele Gespräche mit den Profis und kehrte zur Mittelfeldraute zurück. „Es ist wieder eine gewisse Leichtigkeit da“, erklärte Stary. WSG-Trainer Thomas Silberberger kündigte volles Karacho an. „‚Do or die‘ lautet die Devise. Ein Unentschieden bringt uns nicht wirklich weiter. Wir müssen im Lavanttal gewinnen, um wieder eine Chance auf die Meistergruppe zu haben. Dann wird die letzte Runde zum Herzschlagfinale“, sagte der Tiroler.

Für die Austria könnte die Ausgangslage vor der Reise nach Graz nicht klarer sein. Alles andere als ein voller Erfolg bei Sturm wäre für die Wiener gleichbedeutend mit dem Ende der Hoffnungen auf den Sprung in die Meistergruppe. Das erste Saisonduell ging in Wien mit 4:0 an die Steirer. Sturm schoss dabei ab der 70. Minute drei Tore, nachdem die Austria nach Rot für Dominik Fitz dezimiert war. Austrias General Manager Peter Stöger sah die Partie deshalb nicht unbedingt als Maßstab. „Wir sind jetzt stabiler in unserem Spiel als bei unserem ersten Duell mit Sturm“, meinte er. Er erwarte am Sonntag „eine vollkommen offene Partie“. Christian Ilzer reagierte vor dem Wiedersehen mit seinen ehemaligen Schützlingen auf Fragen zur Austria eher zurückhaltend. „Ich habe genügend mit meiner Mannschaft zu tun. Wir wollen am Sonntag ein richtig gutes Spiel machen, darauf ist mein Fokus gerichtet“.

Laut Papierform ist die Rollenverteilung vor dem Duell zwischen Rapid und Hartberg klar. Die zweitplatzierten Hütteldorfer gelten gegen den Tabellensechsten als Favorit, doch Trainer Dietmar Kühbauer hält wenig von derartigen Zuschreibungen. Der Burgenländer warnte vor den Qualitäten der Steirer und ortete bei deren Trainer Markus Schopp bewusstes Understatement. Während die zweitplatzierten Rapidler am fünf Punkte voranliegenden Spitzenreiter Salzburg dranbleiben wollen, kämpft der Sechste Hartberg um einen Platz in der Meistergruppe. „Wir haben uns eine Situation erarbeitet, in der wir mehr wollen“, meinte Schopp.

Im Oberösterreich-Derby zwischen der SV Ried und dem LASK stehen beide Teams in der Bringschuld. In Ried wuchs nach acht Spielen ohne Sieg der Unmut, Trainer Miron Muslic ist beim Tabellen-Zehnten angezählt. Die Vorfreude auf sein erstes Derby wollte sich der mit 38 Jahren jüngste Liga-Trainer aber nicht nehmen lassen. „Wir sind der klassische Underdog. Aber wir können mit dieser Rolle etwas anfangen, im Derby ist alles möglich“, betonte Muslic. Der LASK könnte indessen eine alte Marke auslöschen. Der letzte Bundesliga-Auswärtssieg in Ried liegt fast auf den Tag genau 22 Jahre zurück. Am 13. März 1999 schossen Christian Stumpf und Brendan Augustine den LASK zu einem 2:1. In den folgenden zwölf Aufeinandertreffen verteidigten die „Wikinger“ ihre Festung erfolgreich.

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Der SKN St. Pölten will sich nicht mit den hinteren Rängen befassen, Altach den letzten Tabellenplatz weiter hinter sich wissen. In der vorletzten Runde des Grunddurchgangs sind beide Teams bestrebt, nach der Punkteteilung nicht ins Hintertreffen zu kommen. Vor dem direkten Duell in St. Pölten liegen fünf Zähler zwischen den neuntplatzierten Niederösterreichern und dem Elften aus Vorarlberg. Für Altachs Chefcoach Damir Canadi ist es die dritte Partie nach seiner Rückkehr ins Ländle: „Jedes Meisterschaftsspiel bis zur Punkteteilung ist für uns ein Vorbereitungsspiel unter erschwerten Bedingungen. Die Mannschaft hat definitiv die Möglichkeit, in der Liga zu bleiben“, betonte Canadi. „Es geht für alle noch um wichtige Punkte, die zu vergeben sind, um die eine oder andere bessere Position zu haben“, merkte SKN-Trainer Robert Ibertsberger an.

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