Meinung

von Markus Ebert

Wachsamkeit

25 Briefbomben, zwei Rohrbomben, vier Tote und mehrere zum Teil lebensgefährlich Verletzte — wie Helmut Zilk oder der Polizist Theo Kelz: Das alles geht auf das Konto eines einzigen Mannes. Franz Fuchs versetzte in den Jahren 1993 bis 1997 Österreich in Angst und Schrecken, sein schrecklichster Anschlag, jener in Oberwart, jährt sich heute zum 25. Mal.

Es hat „für alle Rollen eines sehr komplexen Verbrechens“ nur eine Person gebraucht, sagte der Gerichtspsychiater Reinhard Haller im ORF-Radio. Fuchs habe die Gedanken und die Idee gehabt, er sei der Ideologe gewesen, der Historiker, der Chemiker, der Frontsoldat, aber mit seinem Verfolgungswahn auch sein eigener Jäger, er sei sein eigener Richter gewesen, weil er sich der Verhandlung durch Brüllen entzogen habe, und schließlich sei Fuchs auch sein eigener Henker gewesen.

Vieles davon, was Haller an Fuchs konstatiert, trifft auch auf jene islamistischen Einzelgänger zu, die eine andere Form des tödlichen Terrors unter die Menschen tragen.

„Es hat für alle Rollen eines komplexen Verbrechens nur eine Person gebraucht.“

Und was die mit seinem Selbstmord vor 20 Jahren beendete Causa Fuchs lehrt, gilt in Bezug auf den neuartigen Terror ebenso: Gesellschaftliche und gesellschaftspolitische Wachsamkeit sind mehr denn je geboten, hier gibt es eine gemeinsame Verantwortung.

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