Wachsender Druck auf Riad

Trump, Erdogan & Briten wollen Aufklärung über verschwundenen Saudi

Im Fall des vermissten saudi-arabischen Journalisten Jamal Khashoggi erhöhen die USA, die Türkei und Großbritannien den Druck auf Riad. Die Türkei könne nicht länger „still bleiben“, warnte der Staatspräsident Recep Tayyip Erdogan am Donnerstag und forderte die Herausgabe von Videoaufnahmen aus dem Istanbuler Konsulat, in dem Khashoggi vor eineinhalb Wochen verschwunden war.

Zuvor hatte bereits US-Präsident Donald Trump Auskunft zum Schicksal des Regierungskritikers verlangt. Washington sei „sehr enttäuscht“ und werde der Sache „auf den Grund gehen“. Laut dem Weißen Haus sprachen Trumps Schwiegersohn Jared Kushner und sein Sicherheitsberater John Bolton mit dem saudi-arabischen Kronprinzen Mohammed bin Salman.

Das US-Außenministerium bestritt, dass die USA im Voraus über Pläne zur Entführung Khashoggis informiert gewesen seien. Dieser lebte seit September 2017 in den USA im Exil, da er in seiner Heimat eine Festnahme fürchtete. In seinen Kolumnen hatte er wiederholt die Politik von Kronprinz bin Salman kritisiert.

Der britische Außenminister Jeremy Hunt drohte Saudi-Arabien unterdessen mit „gravierenden Konsequenzen“, sollten sie für Khashoggis Verschwinden verantwortlich sein.

In der Türkei konzentrierten sich die Ermittlungen auf ein mutmaßliches „Anschlagsteam“ aus 15 Saudis, die am Tag von Khashoggis Besuch nach Istanbul gereist waren. In Medien wurden die 15 Männer als Mitarbeiter der saudi-arabischen Sicherheitsdienste oder Vertraute von bin Salman identifiziert.