Waffen, eine Million Stück Munition in Keller gehortet: Strafantrag

Mühlviertler (65) muss sich am 4. November wegen versuchter Nötigung und Verstoß gegen das Waffengesetz vor Gericht in Linz verantworten

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Einer der größten Waffenfunde in den vergangenen Jahrzehnten hat jetzt für einen 65-Jährigen ein juristisches Nachspiel. Die Staatsanwaltschaft Linz hat kürzlich gegen den Mühlviertler wegen Besitzes einer größeren Menge Waffen und Kriegsmaterial sowie wegen versuchter Nötigung Strafantrag eingebracht.

„Die Verhandlung am Landesgericht Linz findet am 4. November statt, dem Mann drohen im Falle einer Verurteilung bis zu drei Jahre Haft“, erläutert Ulrike Breiteneder, die Sprecherin der Anklagehörde, im Gespräch mit dem VOLKSBLATT.

Wie berichtet hatte die Polizei Anfang April im Zuge einer Hausdurchsuchung bei dem 65-Jährigen im Keller seines Wohnhauses in der Gemeinde Rainbach (Bez. Freistadt) 170 teils illegale Waffen und eine Million Stück Munition im Wert von 300.000 Euro sichergestellt. Zum Vergleich: So viele Schuss Munition verbrauchen die rund 4000 Polizisten in Oberösterreich pro Jahr im Training.

Von „Ex“ angezeigt

Bei den Waffen handelte es sich um 100 Pistolen und Revolver, 30 Langwaffen, zum Teil auch Scharfschützengewehre und 40 vollautomatische Waffen sowie Kriegsmaterial. MIndestens 45 Waffen besaß der Mann unbefugt.

Aufgeflogen ist der Waffennarr, weil seine Ex-Freundin Angst vor ihm hatte, nachdem sie das jahrelange Verhältnis der Ehefrau gebeichtet hatte. Sie erstattete Anzeige und gab an, dass der 65-Jährige stets eine Waffe bei sich trägt und ihr gedroht habe.

Einen Weiterverkauf von Waffen oder Munition – diesen hatte der Beschuldigte stets bestritten, er will das Waffenlager nur aus Sammelleidenschaft angelegt haben – konnte dem 65-Jährigen im Zuge der Ermittlungen nicht nachgewiesen werden, weshalb er Mitte Mai unter Auflagen aus der Untersuchungshaft entlassen worden ist.

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