Herbert Schicho

Meinung

von Herbert Schicho

Wahlprogramme

Wahlkampf ist auch die Zeit des Brainstormings, wo man Ideen und Programme vorstellt und Modelle entwickelt – ohne sie sofort umsetzen zu müssen. Eigentlich sollte man den Wahltag nicht als Zahltag, sondern als Bestelltag sehen.

Denn letztendlich entscheidet erst der Wähler mit seinem Kreuzerl, welches Konzept er verwirklicht haben möchte. Die FPÖ echauffiert sich derzeit darüber, dass Punkte des ÖVP-Programmes bereits im Regierungsprogramm gestanden sind. Die ÖVP werfe einmal mehr die Kopiermaschine an, ärgert sich der frühere FPÖ-Finanzstaatssekretär Fuchs.

Und er hat sogar recht: Wäre die Regierung nicht durch die blauen Ibiza-Eskapaden gesprengt worden, wäre vermutlich noch vieles abgearbeitet worden – nun schreibt es Kurz halt auf die To-Do-Liste für nach der Wahl dazu. Denn vor allem bei der steuerlichen Entlastung wurde einfach nicht alles erledigt.

„Eigentlich sollte man den Wahltag nicht als Zahltag, sondern als Bestelltag sehen.“

Übrigens etwas anders schreibt die SPÖ ihre Programme: Die Reichensteuer zum Beispiel forderte schon Genosse Gusenbauer ein – damals noch von der Oppositionsbank und im Kanzleramt ließ er den Vorschlag dann in einer Schublade verschwinden. Nur damit nach ihm Faymann, Kern und nun Rendi-Wagner erneut damit Wahlkampf führen können.

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