Waldarbeiter

Der Förster unter den Subarus ist – no na net – der Forester. Der aktuelle Jahrgang vereint aber auch weiterhin die Eleganz einer Limousine mit der Robustheit eines Geländewagens. Und unter der Haube werkt – wie sollte es anders sein – ein Vierzylinder-Boxermotor.

Von Oliver Koch

Ja ja, er ist der Klassiker unter den SUV von Subaru. Die Rede ist vom Forester; jener Allradler, den die Japaner bereits seit 1997 im Programm haben. Und auch im 2019er-Modelljahrgang bleibt der 4,61 Meter lange Wagen seinen Prinzipien treu.

Die markentypische Front mit großem Kühlergrill und Chrom-Zierspange inklusive zentral platziertem Markenemblem hebt den Eindruck eines sportlichen und zugleich zuverlässigen Fahrzeugs hervor – auch leicht erkennbar an der ausgeprägten Karosseriefalz, die sich von der A-Säule bis zum Heck durchzieht. Am Heck des Geländewagens dominieren LED-Rückleuchten und Bremsleuchten während der schwarz gehaltene Heckstoßfänger die Geländetauglichkeit des Forester verdeutlicht, der auf seinen 18er-Alus präsent auf der Straße steht.

Typenschein

Subaru Forester 2.0i Premium

Preis: ab € 39.990,- inkl. Steuern und Abgaben; Testwagenpreis € 39.990,-; einen Subaru Forester (Pure) gibt es ab € 33.490,-
NoVA/Steuer: 16 %/ € 649,44 jährlich
Garantie: 3 Jahre bis max. 100.000 km, 3 Jahre Lackgarantie, 12 Jahre gegen Durchrostung, 3 Jahre Subaru Mobilitätsgarantie
Service: alle 15.000 km bzw. jährlich

Technische Daten:
Motor: Vierzylinder-Boxermotor, Multi-Point, 1995 cm³, 110 kW/150 PS bei 6200 U/min, max. Drehmoment 198 Nm bei 4200 U/min
Getriebe: Stufenloses Lineartronicgetriebe
Antrieb: Allradantrieb
Höchstgeschwindigkeit: 192 km/h
Beschleunigung 0-100 km/h: 11,8 s
Leistungsgewicht: 10,5 kg/PS
MVEG-Verbrauch: 9,1/6,7/7,5 Liter
VOLKSBLATT-Testverbrauch: 8,8 Liter
CO2-Ausstoß: 172 g/km
NOx: 0,0238 g/km; Euro 6d-TEMP

Eckdaten:
L/B/H: 4610/1795/1735 mm
Radstand: 2640 mm
Eigen-/zul. Gesamtgewicht: 1574/2015 kg
Kofferraum: 505-1540 Liter
Tank: 60 Liter (Benzin)
Reifen: 4 x 225/55 R18 98V auf 18“-Alus

Sicherheit:
Regelsysteme: ABS/EBV/ESP/ASR/BA/ACC/LKA/SRVD/TPMS
Airbags: 7

Geländedaten:
Bodenfreiheit: 220 mm
Böschungswinkel vorne: 25°
Hinten: 26°
Rampenwinkel: 23°

Der Alltagsnutzen steht dabei auch im Gepäckabteil im Vordergrund. Die Heckklappe öffnet elektrisch, schwingt aber betont langsam und nicht besonders weit nach oben. Dahinter verbirgt sich ein gut verarbeiteter Kofferraum mit 505 Litern Stauraum. Die Rücksitze lassen sich auch von hinten im Verhältnis 60:40 umklappen. Dann fasst der Waldarbeiter 1540 Liter, lediglich die minimale Stufe trübt den positiven Gesamteindruck.

Und auch im Innenraum des Fünfsitzers haben die Japaner viel Wert auf hohen Alltagsnutzen gelegt. Will heißen: Viel Platz, viele (und großzügig dimensionierte) Ablagen sowie ein feiner Materialmix in der höchsten Ausstattungslinie namens Premium. Das sieben Zoll große, hochauflösende Multifunktionsdisplay im oberen Zentrum der Mittelkonsole liefert alle relevanten Informationen. Darüber liegt ein weiteres Display mit Infos über alle möglichen Fahrdaten; dieses lässt sich per Kippschalter bedienen, für den man sich aber ganz schön weit nach vorne beugen muss. Farbenfroh geht es auch bei den klassisch gehaltenen Cockpitanzeigen weiter; die Infos des Bordcomputers kann der Fahrer am beheizbaren Lenkrad je nach Belieben abrufen. In Summe wartet der Forester mit einem opulenten Cockpit auf, in dem man sich auf den ersten Blick nicht unbedingt sofort zurechtfindet, beispielsweise wenn es um die Menüführung auf dem großen Touchscreen geht.

Leichter findet man sich jedenfalls beim Fahren zurecht. Der Vierzylinder-Boxermotor leistet 150 PS – das ist für den knapp 1,6 Tonnen schweren Wagen ausreichend. Bei höheren Touren stöhnt der Boxer hörbar auf, bringt jedoch stilsicher die Kraft auf die vier Räder. Das stufenlose CVT-Getriebe arbeitet einwandfrei – allerdings fehlt dem Forester im höheren Drehzahlbereich der Biss. In Grenzsituationen neigt der eher straff gefederte Forester zum sanften Untersteuern während er bei schnellen Lastwechseln kaum Wankbewegungen aufweist. Die Lenkung wiederum ist direkt und exakt und auch die Bremsen arbeiten von Beginn an präzise und zur Not auch unbarmherzig. Dafür zeigt sich der Forester beim Verbrauch ganz schön durstig; der Schnitt liegt bei knapp neun Litern, im Stadtverkehr verlangt der wendige Japaner laut Bordcomputer auch nach zehn und mehr Litern Sprudel.

Der Forester ist jedoch nur äußerlich kaum gealtert. Assistenztechnisch ist er auf der Höhe der Zeit. An Bord des umfangreich ausgestatteten Offroaders finden sich unter anderem adaptives Kurvenlicht, Lichtsensor, Rückfahrkamera sowie das preisgekrönte, kamerabasierte Assistenzsystem Eye Sight (adaptiver Tempomat, Spurhalteassistent, Notbremsassistent).

Stark ist der Wagen im Gelände, wo er dank 220 Millimeter Bodenfreiheit und 23 Grad Rampenwinkel auch in härterem Terrain gut vorankommt und stoisch seine Kraft an alle vier Räder überträgt. Einen großen Respekt verdient sich der Forester auch ob seiner Verwindungssteifigkeit, die auch bei enormen Unebenheiten keinen Grund zur Kritik liefert.
Fazit: Das ureigenste Terrain des robusten Forester bleibt der Wald, aber dank seiner umfangreichen Ausstattung und des intelligenten Raumkonzepts eignet sich der Japaner auch im Alltag in der Stadt. Ein Schnäppchen ist der 40.000 Euro teure Japaner nicht – aber das Preis-Leistungsverhältnis ist mehr als in Ordnung.

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