Waldbrände befeuern Mercosur-Gegenwind

Köstinger wirft brasilianischer Regierung Untätigkeit vor

Neben riesigen Bränden im Regenwald toben in Brasilien auch tausende vergleichsweise kleinere Wald- und Buschbrände.
Neben riesigen Bränden im Regenwald toben in Brasilien auch tausende vergleichsweise kleinere Wald- und Buschbrände. © Picturedesk.com/Corpo de Bombeiros de Mato Grosso/AP

Die seit Tagen andauernden Brände im Amazonas-Gebiet befeuern den Gegenwind gegen das Mercosur-Abkommen zwischen der EU und den Ländern Südamerikas.

Weil offenbar einige der Buschbrände sowie der Brände im Amazonas-Regenwald vorsätzlich gelegt worden sind, liege der Verdacht nahe, „dass damit wieder Flächen für intensive Rinderwirtschaft zur Produktion von Billigfleisch geschaffen werden sollen“.

Das betonte gestern die stellvertretende ÖVP-Klubobfrau und frühere Landwirtschaftsministerin Elisabeth Köstinger.

Keine Zustimmung zu Mercosur-Abkommen

Sie sprach weiters von einer Katastrophe für die Umwelt, weil die Amazonas-Regenwälder „die grüne Lunge der Welt“ seien. Weil die brasilianische Regierung „hier völlig untätig“ sei, sei es „auch unvorstellbar, dem Mercosur-Abkommen zuzustimmen“, betonte Köstinger: „Wir brauchen kein Billig-Rindfleisch, das durch Raubbau und Zerstörung der Natur erzeugt wird.“

In Brasilien wüten derzeit die schwersten Waldbrände seit Jahren. Seit Jahresbeginn wurden fast 73.000 Brände registriert. Präsident Jair Bolsonaro beschuldigt Nichtregierungsorganisationen der Brandstiftung, weil er diesen die Zuschüsse gestrichen habe – ohne jedoch Beweise vorzulegen. Die Umweltschutzverbände wiesen die Vorwürfe umgehend zurück.

Ablehnung des Mercosur-Abkommens gibt es unter anderem auch bei Bauernbund, SPÖ, FPÖ und Grünen. Auch in anderen europäischen Ländern gibt es Skepsis, darunter Frankreich, das auf die Einhaltung des Pariser Klimaschutzabkommens pocht, und Irland, das eine fehlende Folgenabschätzung beklagt. Das Abkommen bedarf der Zustimmung aller EU-Mitglieder.

Wie ist Ihre Meinung?