Waldbrände in Ostukraine – Mindestens neun Tote

Bei Waldbränden im Kriegsgebiet im Osten der Ukraine sind mindestens neun Menschen ums Leben gekommen. 14 Verletzte wurden mit Rauchgasvergiftungen in Krankenhäuser gebracht, wie der Zivilschutz in der Hauptstadt Kiew am Donnerstag mitteilte. Grund für die seit Wochen immer wieder auftretenden Brände ist anhaltende Trockenheit. Aus Furcht vor Beschuss durch prorussische Separatisten zögerten die ukrainischen Behörden mehrfach mit dem Einsatz von Löschflugzeugen.

Inzwischen gibt es eine Garantie der Separatisten, dass die Flugzeuge ohne Bedenken eingesetzt werden könnten. An der Frontlinie zu den prorussischen Separatisten zwischen der Stadt Sjewjerodonezk und der Ortschaft Stanyzja Luhanska gebe es weitere Brände, so der Zivilschutz. Der Übergang in das Separatistengebiet bei Stanyzja Luhanska wurde wegen der Brände auf unbestimmte Zeit geschlossen. Einem Video des Grenzschutzdienstes zufolge griffen die Flammen auch auf den Kontrollpunkt über.

Insgesamt seien 22 Dörfer bedroht. Rund 250 Wohnhäuser seien beschädigt worden. Mehr als 1.500 Feuerwehrleute seien mit schwerer Technik im Einsatz. Die Arbeit ist gefährlich: Im September wurden bei Löscharbeiten mindestens drei Retter durch Explosionen von Munitionsresten und Minen getötet.

Auch im Separatistengebiet wüteten Feuer auf mehreren Hundert Hektar in Wäldern und Steppen. Eine Frau sei durch die Flammen umgekommen, teilten die Behörden mit. 2014 hatten sich Teile der Gebiete Luhansk und Donezk unweit der russischen Grenze von Kiew losgesagt. Nach UNO-Schätzungen wurden seither mehr als 13.000 Menschen getötet. Seit Ende Juli wird eine neue Waffenruhe weitgehend eingehalten.

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