Waldheim, Western, Wackersdorf

    Viel Politisches beim Neuen Heimatfilm (22. bis 26. August) in Freistadt

    24
    Klare Bildsprache: „Waldheims Walzer“
    Klare Bildsprache: „Waldheims Walzer“ © Filmladen

    „Zu viele Filme, aber weglassen ist schwierig“, sagt Festivalchef Wolfgang Stei- ninger von der Local-Bühne über die 31. Ausgabe des Festivals Der Neue Heimatfilm in Freistadt. Von 23. bis 27. August werde man rund sechzig Filme aus 16 Ländern zeigen. Vor allem die Dokus seien sehr politisch, betont Katharina Riedler vom Führungsteam. Ansonsten sei man weltoffen — wie in den vergangenen dreißig Jahren, so Steininger.

    Über den angedachten Grenzzaun am Brenner

    Zur Eröffnung wird im Spielfilm „Wackersdorf“ von Oliver Haffner der erfolgreiche Protest gegen die atomare Wiederaufbereitung in der bayrischen Oberpfalz aus den 80ern thematisiert, den der damalige Landesrat Hans Schuirer (SPD) befeuert hatte. Er kommt — wie Hauptdarsteller Johannes Zeiler — zur Vorstellung. Weiters wird zum Auftakt Nikolaus Geyrhalters Doku „Die bauliche Maßnahme“ über den 2016 angedachten Grenzzaun am Brenner gezeigt — über eine von der Politik in „Medienberichten verbreitete Stimmung“ der Verunsicherung, heißt es.

    Im Wettbewerb finden sich je sechs Filme in den Sparten Fiktion und Doku. Darunter ist Filmemacherin Ruth Beckermanns Doku „Waldheims Walzer“. Es gehe um die Lücken in Waldheims Kriegsbiografie, die einst vom Jüdischen Weltkongress aufgedeckt wurden. Und um den „Zusammenbruch der österreichischen Lebenslüge, erstes Opfer der Nazis gewesen zu sein“, steht dazu im Festival-Programm. In der Sparte Fiktion sei der französische Streifen „Petit paysan“ von Hubert Charuel erwähnt, der davon erzählt, dass bei den Kühen des Jungbauern Pierre Rinderwahn diagnostiziert wird. Er greift zu drastischen Mitteln, will von den Behörden samt Amtstierarzt nichts wissen. Selbst einen Western mit feministischer Komponente gibt es: Mouly Suryas „Marlina — Die Mörderin in vier Akten“ aus Indonesien.

    Der Spielfilmpreis ist mit 2500 Euro dotiert, der Dokumentarfilm-Preis mit 1500. Das Gesamtbudget liege heuer zwischen 60.000 und 70.000 Euro, die genaue Summe wisse man erst, wenn das Land seine Beteiligung bekannt gebe, betont Steininger.

    Wiedersehen mit Arbeiten Formans

    Schon 1988, im ersten Jahr des Festivals, habe man „Der Feuerwehrball“ von Oscar-Preisträger Milos Forman gezeigt, der heuer 86-jährig verstorben ist. Ihm ist eine Hommage mit den Spielfilmen „Schwarzer Peter“, „Die Liebe einer Blondine“ und „Der Feuerwehrball“ gewidmet. Weiters ist die Doku „Milos Forman — What doesn’t kill you“von Miloslav Smidmajer zu sehen.

    Es gibt auch wieder einen Italien-Schwerpunkt, der etwa zwei Dokus von Alessandro Scillitani beinhaltet. Allabendliche Musikeinlagen im Salzhof sind wieder angesagt, mit dabei: Manu Delago. Der Szenenbildnerin Maria Gruber („Slumming“) wird ein Schwerpunkt gewidmet.

    Ph. W.

    www.filmfestivalfreistadt.at