Warnung für Herzpatienten: Es kommt nächste Hitzewelle

Bei hohen Temperaturen zusätzliche Anstrengungen vermeiden

Hitzewelle rollt an
Hitzewelle rollt an © Jenny Sturm - stock.adobe.com

LINZ – Die nächste Hitzewelle mit 33 Grad und mehr in Österreich ist  im Anrollen. „Hitzewellen gehören zu den für die Menschheit tödlichsten Naturgefahren“, sagte erst jüngst der Präsident der Internationalen Rotkreuz- und Rothalbmond-Bewegung, Francesco Rocca.

Worunter gesunde Menschen stöhnen, „kann für Herzpatienten durchaus gefährlich werden“, warnt Priv.-Doz. Michael Berger, Ärztlicher Leiter der Barmherzigen Brüder Linz.

Kühlsystem des Körpers kommt aus dem Takt

„Grund dafür ist, dass das körpereigene Kühlsystem oft nicht mehr richtig arbeitet und der Körper damit kämpft, seine Temperatur zu regulieren. „Erste Folgen sind Müdigkeit und Schwindel. Der Blutdruck fällt in ungewohnt niedrige Bereiche. Im weiteren Verlauf kann es zu Kreislaufversagen, Herzrhythmusstörungen oder Muskelkrämpfen kommen“, erläutert der Experte.

Wenn es heiß ist, kühlt der Körper durch Schwitzen und erhöhte Durchblutung der Haut. Bei Erkrankten kommt das Herz schneller in den Bereich der Überforderung. Wichtig ist daher, zusätzliche Anstrengungen zu vermeiden und auf kühlere Tage zu verschieben.

„Südliche Länder machen es mit einer ausgedehnten Siesta zur Mittagszeit vor“, so Berger: „Die Menschen halten sich dann im verdunkelten, kühlen Zuhause auf. Klimaanlagen sollten aber nicht zu kalt eingestellt werden, denn der rapide Wechsel von kalt auf heiß kann beim Verlassen der Wohnung die körpereigene Temperaturregulation überfordern.“ Natürliche, atmungsaktive Kleidung aus Leinen oder Baumwolle helfen der Körpertemperatur.

Bei großer Hitze ist zudem viel Trinken angesagt: ein bis zwei Liter Wasser oder ungesüßter Tee zusätzlich zur normalen Flüssigkeitsmenge von etwa 1,5 Liter, rät der Mediziner.

„Sobald sich Durst einstellt, hat der Körper schon zu viel Wasser verloren. Ältere Menschen sollten ans Trinken erinnert werden. Zeigen Messungen trotz ausreichender Trinkmenge einen niedrigen Blutdruck an, kann es ratsam sein, die Dosierung der Blutdrucksenker zu reduzieren.

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