Warum das Tagfahrlicht selbst tagsüber nicht immer ausreicht

Es ist ein schöner, sonniger Tag. Die Autobahn mündet in einen mehrspurigen Tunnel, ein Pkw-Lenker fährt unbekümmert hinein – und plötzlich taucht vorm Lenker ein weiteres Fahrzeug auf, allerdings mit verringerter Geschwindigkeit. Da keine Rücklichter am vorherfahrenden Fahrzeug eingeschalten waren, kommt es zum Auffahrunfall.

Obwohl der voranfahrende Pkw mit Tagfahrlicht unterwegs war, wurde er im Tunnel vom nachkommenden Fahrzeug übersehen. Wie gibt es das, wieso waren bei dem vorausfahrenden Fahrzeug keine Rücklichter aktiv? Seit 2011 müssen ja alle neuzugelassenen Fahrzeuge mit Tagfahrlicht ausgestattet sein!

Das mag stimmen, aber was vielen nicht bewusst ist oder oft vergessen wird: Tagfahrlicht ist nicht dasselbe wie Abblendlicht. In der Regel bewirkt das Tagfahrlicht lediglich das Einschalten der vorderen Scheinwerfer, die Rücklichter bleiben – anders als beim Abblendlicht – ausgeschaltet.

Dies führt bei schlechten Sichtverhältnissen schnell zu gefährlichen Situationen. Gemäß Paragraph 99 Kraftfahrgesetz ist bei Sichtbehinderung durch Regen, Schneefall, Nebel und dergleichen sowie bei Dämmerung, Dunkelheit und explizit auch im Tunnel das Abblendlicht immer einzuschalten. Einspurige Kraftfahrzeuge wie Moped und Motorrad müssen übrigens immer mit Tagfahrlicht oder Abblendlicht fahren.

Der ARBÖ Oberösterreich appelliert deshalb, bei eingeschränkten Sichtverhältnissen und im Tunnel auch tagsüber immer mit Abblendlicht zu fahren.

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