Was blüht denn da im Winter?

Herzlich Willkommen im neuen (Garten-)Jahr! Zum Auftakt möchte ich meinen heutigen Gastbeitrag gleich zwei Themen widmen. Damit das neue Jahr farbenfroh losstarten kann, gibt's Tipps für die wunderbare Amaryllis. Über ihre Pflege und wie vielfältig man diese Pflanzenschönheit im Heim präsentieren kann. Andererseits tut sich gerade jetzt im Wintergarten mehr, als man vermuten würde — auch hier Praxistipps für Struktur in Ihrem Garten ...

Die Amaryllis bringt mit ihren meist kräftigroten Blüten und sattgrünen Blättern Farbe in die dunkle Jahreszeit und schmeichelt sich gerade jetzt in unser Herz, wo wir uns schon wieder nach frischen Blumen sehnen.

Dabei wurde die Palette an Farben und Formen über die letzten Jahre stetig über Kreuzungen erweitert. Denn eigentlich ist die Amaryllis botanisch gesehen ein Ritterstern (Hippeastrum) und ihre Herkunft sind die peruanischen Anden. Die „echte“ Amaryllis (Amaryllis belladonna) hingegen stammt aus Südafrika und hat duftende, rosafarbene Blüten — was schon mal für Verwirrung sorgen kann.

Sprechen wir zu dieser Jahreszeit von dieser prächtigen Pflanze, ist es meist die subtropische Schönheit, die daher auch gerne wie in ihrer tropischen Heimat behandelt werden möchte. Hier meine Pflegetipps, damit Sie möglichst lange Freude haben an ihrer „Primadonna“!

Gewusst wie — Pflegetipps im Kurzüberblick:

Wenn man weiß, wie’s funktioniert, ist die Pflege eigentlich ein „Kinderspiel“. Hier gibt’s eine Kurzübersicht — für ausführlichere Informationen habe ich wie immer einen eigenen Blog für Sie auf meine Website www.theHeartgardener.at gestellt.

  • Dezember/Jänner: Wenn sich die ersten Blätter/Knospen hervorschieben mit dem Gießen beginnen, je höher der Stengel desto mehr (Vorsicht nicht zu viel — Fäulnisgefahr); In kühleren Räumen haben Sie länger Freude an den imposanten Blüten.
  • Jänner/Februar: Wenn verblüht, Stengel abschneiden, Blätter dranlassen, damit die Pflanze daraus Kraft sammeln kann; Gießen und auch düngen an einem hellen Standort (keine volle Sonne);
  • Mai: Nun darf die Pflanze im Topf auf Sommerfrische in den Garten oder auf den Balkon (Schatten).
  • Ende August/September: Reinholen und Wassergaben einstellen — nun beginnt die Ruhephase (ca. acht bis zehn Wochen) in einem kühlen Raum. Welke Blätter entfernen;
  • November: Zwiebeln alle zwei bis drei Jahre umtopfen und wärmer stellen. Soll die Amaryllis zu Weihnachten blühen — mit einer kleinen Wassergabe „wachküssen“ (ein Mal);
  • Dezember: Der Kreislauf beginnt von Neuem!

Präsentation der beliebten Amaryllis

Wie Sie nun diese herrlich opulenten Blüten der Amaryllis in Szene setzen, bleibt ganz Ihrer Fantasie überlassen. Doch Vorsicht im Umgang mit dieser Pflanze, denn alle Teile sind giftig! Wer empfindlich ist, sollte besser Handschuhe tragen!

Die Amaryllis steht gerne im Mittelpunkt floraler Arrangements und häufig wird sie ganz minimalistisch präsentiert. Voll im Trend liegt man dabei, die Zwiebel einfach in Wachs zu tauchen (gibt’s auch schon fertig). Hier kommt die Amaryllis ganz ohne Wasser aus, denn in der Zwiebel selbst ist genügend Kraft für eine Saison.

Nur schade, so blühen sie nur ein einziges Mal. Eine schonendere und ebenfalls schlichte Variante ist es, sie mit Moos zu ummanteln (Kokedama!) — in eine hohe Vase stellen (damit sie nicht umkippt), vielleicht ein paar kleine Zapfen, Schneckenhäuschen dazu und fertig ist eine natürliche Dekoration.

Wer sie nicht klassisch in einem Topf mit Erde kultivieren möchte, kann die Amaryllis auch einfach als Schnittblume in eine Vase stellen. Oder mal ganz anders, einfach kopfüber mit einem hübschen Band aufhängen. Dabei wird das Wasser einfach in den Stiel selbst gegossen. Ausprobieren — sieht klasse aus!

Einige Impressionen dazu finden Sie auch in meinem Blog „Amaryllis — Pflanzenportrait“ …

Struktur im winterlichen Garten

Für viele von Ihnen wirken Winterstaudenbeete vermutlich kahl und farblos. Alles mit diesem „Einheitsbraun“ überzogen — doch Strukturpflanzen bieten, wie der Name schon sagt — Struktur. Jetzt, wenn sich Raureif oder Schnee darüberlegen, spielt die Silhouette eines Gartens die Hauptrolle. Ich finde es sehr schade, dass einem Staudengarten im Winter so wenig Beachtung zukommt. Dass ein naturnah gestalteter Garten auch im Winter eine wahre Augenweide sein kann, möchte ich Ihnen ans Herz legen.

Gerade im Winter zeigt ein Garten seine ehrliche, pure Gestaltung. Denn kein blütenreicher und farbenfroher Flor lenkt hier alle Blicke auf sich. Wenn ein Garten in dieser kargen Jahreszeit auch begeistern kann, haben Sie Vieles richtig gemacht.

Jetzt lebt Ihr Garten von seinen Strukturpflanzen, seinen Gartenzimmern, Bäumen, Bauwerken, Kunst im Garten, Wegen, Wasserflächen, Dekoobjekten — alles das trägt zu seiner winterlichen Schönheit und gekonnt umgesetzten Gartengestaltung bei. (Zum Thema Gartengestaltung an sich wird es einen eigenen Blog geben.)

Weil aber gerade in diesen schneereichen Tagen dieses Thema aktuell ist, möchte ich hier speziell auf die Vielfalt von Strukturpflanzen eingehen.

Wenn ich in diesen Tagen durch meinen eigenen Wintergarten schlendere, bin ich selbst immer wieder überrascht, wie prächtig er sogar jetzt in dieser eigentlich „tristen Gartenzeit“ wirken kann. Besonders wenn Raureif den Garten „anzuckert“ und dieser dann in der Sonne glitzert, hat das fast schon etwas Märchenhaftes. Und der erste Schnee verwandelt ihn in ein richtiges Winterwonderland.

Daran möchte ich Sie in meinem virtuellen, winterlichen Gartenrundgang teilhaben lassen und auch hier Tipps für tolle Stauden geben, die in Ihrem Wintergarten zum Hingucker werden können:

Attraktive Frucht- und Samenstände bilden beispielsweise Fetthenne, Sonnenhut, Fenchel, Geißbart, Schafgarbe, Brandkraut, Duftnessel, Lampionblume, Skabiosen …
Schöne Winterblätter haben: Storchschnabel, Frauenmantel, Himmelsbambus, Bergenie, Wolfsmilch, Purpurglöckchen …

Gräser aller Art — „Must-haves“ im winterlichen Garten (Bitte erst im Frühling schneiden — zugleich Schutz!);

Und auch im Winter blüht es (weiter): Letzte Rosen trotzen tapfer dem ersten Frost, selbst der braune Flor der Hortensien erfreut uns immer noch mit seinen bepuderten Blüten.
Christrosen, Winterjasmin, Schneeball, Zaubernuss, Weiden stehen schon in den Startlöchern, beginnen in wenigen Wochen zu blühen und bilden somit wertvolle, erste Nahrung für die Eiligen unter den frühen Insekten!

Indem Sie Ihre Stauden im Herbst nicht zurückschneiden, leisten Sie einen wertvollen Beitrag für die Natur!

Aber wenn dann der schwere Schnee seine Spuren hinterlässt und Vieles matschig am Boden liegt, ist es selbst für uns Naturgärtner an der Zeit, getrost zur Schere zu greifen, um Platz zu schaffen für neues Leben in Ihrem Naturparadies!

Auch zum Thema „Struktur im Garten — Winterwonderland“ gibt es einen eigenen Blogbeitrag auf meiner Website (www.theHeartgardener.at) mit herrlichen Gartenimpressionen aus meinem Naturjuwel zur Winterzeit! Schau’n Sie doch mal vorbei …

Patrizia Haslinger
Die Herzensgärtnerin®

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