Was Martin Kusej vorhat

Burgtheaterdirektor präsentierte gestern Programm für sein Haus

Burgtheaterdirektor Martin Kusej präsentierte seinen Spielplan vorerst noch ohne konkrete Premierentermine.
Burgtheaterdirektor Martin Kusej präsentierte seinen Spielplan vorerst noch ohne konkrete Premierentermine. © APA/Techt

Sicher ist natürlich gar nichts, niemand weiß, ob man ab September „normal“ theaterspielen wird. Aber die Theaterdirektoren bezeugen, dass die Hoffnung zuletzt stirbt und dass sie nicht die Absicht haben, sich unterkriegen zu lassen. Nach der Josefstadt präsentierte auch Martin Kusej für seine zweite Saison am Wiener Burgtheater den geplanten Spielplan — vorsichtigerweise ohne Premierendaten …

Mit einem Klassiker beginnt es, einem großen, philosophischen, schwere Weltliteratur: „Der Traum ein Leben“ von Calderon de la Barca, inszeniert von Martin Kusej selbst.

Franzobel-Stück wird nun nachgeholt

Wenn es im Akademietheater auch im September eine „Antigone“ geben wird, so handelt es sich gewiss nicht um „Sophokles pur“, das ist heute nicht mehr üblich. Die Stücke sind „Material“, die Regisseure machen sich darüber her, in diesem Fall „Thomas Köck nach Lars-Ole Walburg“, was immer man davon zu erwarten hat. Auch der weltberühmte Roman „Stolz und Vorurteil“ von Jane Austen wird für das Kasino „zugerichtet“.

In der vorigen Saison durch den Corona-Rost gefallen, nun nachgeholt — der Oberösterreicher Franzobel bearbeitet „Der Leichenverbrenner“ von Ladislav Fuks, „Masken-Mann“ Nikolaus Habjan inszeniert.

Eine vergessene Österreicherin, Anna Gmeyner, wird mit ihrem „Automatenbuffet“ hervorgeholt.

„Maria Stuart“ mit Minichmayr geplant

Es gibt einige Klassiker — Shakespeares „Richard III.“, einen bearbeiteten „Peer Gynt“, Gorkis „Kinder der Sonne“, Strindbergs „Fräulein Julie“, Maeterlincks nur von der Opernbühne bekanntes Stück „Pelleas und Melisande“, und zwischen Oscar Wilde und sein „Ernst sein ist alles“ dürften sich einige Bearbeiter schieben. Kusej selbst plant, wohl als Co-Produktioin mit den nächsten Salzburger Festspielen, endlich die „Maria Stuart“ mit Birgit Minichmayr.

Verbeugungen gibt es vor Thomas Bernhard mit der „Jagdgesellschaft“ und vor George Tabori (unter Peymann einst ein König des Burgtheaters) mit dessen „Mein Kampf“.

Vieles hängt noch in der Luft, aber eines ist klar — Kusej macht weiter, in dem Stil, in dem er begonnen hat, und hoffen wir, dass das Publikum hier (und überall sonst) im Herbst wieder neugierig ins Theater gehen darf.

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