Weber wirft als erster Hut in Ring

CSU-Politiker will EVP-Spitzenkandidat und dann EU-Kommissionschef werden

Der CSU-Europapolitiker Manfred Weber könnte erster deutscher EU-Kommissionschef werden. Weber meldete am Mittwoch als erster seine Bewerbung um die Spitzenkandidatur für die EVP bei den Europawahlen 2019 an. Da die EVP gute Chancen hat, als stärkste Kraft bestätigt zu werden, dürfte deren Spitzenkandidat auch Nachfolger von Kommissionspräsident Jean-Claude Juncker werden. Allerdings ist mit weiteren Bewerbungen zu rechnen: Genannt werden etwa der Franzose und Brexit-Chefverhandler Michel Barnier und der frühere finnische Ministerpräsident Alexander Stubb.

Weber wird sich schon heute in Wien bei einem Treffen der EVP-Fraktion präsentieren. Auch Barnier wird kommen, um unter anderen mit Kanzler Sebastian Kurz über „Mehr Fairness in Europa“, Digitalisierung, und Globalisierung zu diskutieren.

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Weber will neue Ideen für die EU anbieten. „Wir können so nicht weitermachen. Die Menschen erwarten ein besseres Europa“. Deshalb müssten alle Europa zusammenhalten. „Ich kann es nicht erlauben, dass die EU innerlich gespalten ist“.

Während der ÖVP-Delegationsleiter im EU-Parlament, Othmar Karas, „große Grundsympathie“ für Weber hegt, bemängelten SPÖ und Grüne dessen angebliche Nähe zu Ungarns Premier Viktor Orban. FPÖ-Delegationsleiter Harald Vilimsky früchtet, dass der deutsche Einfluss zulasten kleinerer Staaten wachsen könnte.