Weg zum Sieg führt über das Ducati-Duo

MotoGP: WM-Leader Marquez ist in Spielberg erster Herausforderer von Vorjahrssieger Dovizioso — Altstar Rossi dämpfte Erwartungen

Die Piloten präsentierten ihre binnen weniger Minuten selbst gezeichneten, nicht ganz ernst gemeinten „Traumkurse“: (von links): Miguel Oliveira, Jorge Lorenzo, Valentino Rossi, Marc Marquez, Andrea Dovizioso und Brad Smith
Die Piloten präsentierten ihre binnen weniger Minuten selbst gezeichneten, nicht ganz ernst gemeinten „Traumkurse“: (von links): Miguel Oliveira, Jorge Lorenzo, Valentino Rossi, Marc Marquez, Andrea Dovizioso und Brad Smith © Manfred Binder

Roland Korntner berichtet aus Spielberg

Weltmeister und WM-Leader Marc Marquez hin, Brünn-Sieger und in Spielberg Titelverteidiger Andrea Dovizioso her. Der italienische Altstar Valentino Rossi (39) zieht im MotoGP-Zirkus noch immer die größte Aufmerksamkeit auf sich. Dabei geht der neunfache Ex-Champion mit nicht allzu großen Erwartungen in den Grand Prix von Österreich am Sonntag in Spielberg. „Das ist eine schwierige Strecke für uns, im Vorjahr haben wir hier sehr gelitten“, erklärte der Yamaha-Pilot.

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Rossi will „alles am Maximum erledigen“

Er war vor einem Jahr in der Steiermark nur Siebenter geworden. „Ich versuche immer aufs Podium zu kommen.“ Um in der Steiermark in dessen Nähe zu kommen, müssen „wir alles am Maximum erledigen“, so der „Dottore“.

Dass sein Team beim montägigen Test in Brünn „nichts Großartiges“ gefunden hat, steigerte seine Zuversicht nicht wirklich. Immerhin gibt es die Erinnerung an seinen allerersten WM-Podestplatz, der ihm vor 22 Jahren in Österreich gelungen war.

Marquez‘ Hauptziel ist das Podium

„Das war ein großartiger Moment und ein wichtiger Schritt in meiner Karriere, nachdem ich in den Rennen davor zwei-, dreimal das Podium in der letzten Runde verloren hatte.“

Doch das ist Schnee von gestern. Mit dem WM-Zweiten Rossi muss man zwar immer rechnen, doch die Favoriten sind andere. Der Weg zum Sieg führt über Marquez (Honda) und Dovizioso sowie dessen Ducati-Teamkollegen Jorge Lorenzo. „Es wird hart, die Ducatis zu schlagen, das Podium ist das Hauptziel“, erklärte der spanische Überflieger Marquez. Der italienische Rennstall hatte ihm zuletzt in Brünn und vor einem Jahr in Spielberg die Show gestohlen, es siegte jeweils Dovizioso. „Ich komme mit viel Selbstvertrauen“, grinste der Italiener. Er rechnet mit einem „noch engeren Rennen als im Vorjahr“. Damals konnte er eine Wahnsinnsattacke von Marquez in der letzten Kurve noch einmal kontern. Was die WM betrifft, rechnet sich der WM-Dritte ob eines Rückstands von 68 Punkten auf Marquez keine Chancen mehr aus: „Marc ist selbst nach einem schlechten Rennen am Podest“, so Dovizioso.

Asse zeichneten ihre Lieblingsstrecken

Zum Abschluss der Pressekonferenz mussten dann alle sechs Piloten ihre persönliche Lieblingsstrecke (siehe Foto) zu Papier bringen. Die Herangehensweise war unterschiedlich. Während Rossi einige Lieblingspassagen (etwa aus Mugello) einbaute, skizzierte Marquez nur einen Kreis: „Weil ich Linkskurven mag“.