Weihnachten wie damals

Schlossmuseum: Mobile Schauräume bieten Einblick in die festlichen Stuben von einst

Weihnachtsgrüße aus dem Schlossmuseum Linz: Schauraum „Wohnküche der späten 1950er/Anfang 1960er Jahre“ am Hauptplatz in Linz
Weihnachtsgrüße aus dem Schlossmuseum Linz: Schauraum „Wohnküche der späten 1950er/Anfang 1960er Jahre“ am Hauptplatz in Linz © Michael Maritsch

Vielen Menschen werden sie fehlen — die Weihnachtsmärkte und Winterbräuche in Stadt und Land. Um trotzdem Weihnachtsstimmung zu verbreiten, schickt das Schlossmuseum Linz heuer spezielle Weihnachtsgrüße.

Mit fünf sich im Laufe der Zeit verändernden Schauräumen in Oberösterreich wird bis 13. Jänner 2021 zurückgeblickt, wie unsere Großeltern und Ururgroßeltern ihre Wohnstuben für das Fest geschmückt haben.

Bis ins 18. Jahrhundert wurde Weihnachten im Kreis der Gemeinden in der Kirche gefeiert. Im Zentrum der Christmette stand immer das Krippenspiel — zunächst als Aufführung, später als Krippe mit kunstvoll geschnitzten Figuren.

Wie sich die kirchliche Feier der Heiligen Nacht mit Weihnachtsbräuchen, oberösterreichischem Liedgut und winterlichen Geschichten in den heimischen Stuben entwickelt hat, erfahren Besucher in der Weihnachtspost bei den Schauräumen vor Ort.

Schauräume im fünf Städten

Im mobilen Schauraum am Hauptplatz in Linz eine „Wohnküche der späten 1950er/Anfang 1960er Jahre“ präsentiert. Der Wirtschaftsaufschwung nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs führte zu einem vollkommen neuen Einrichtungsstil mit modernen Textilien, dem „Nierentisch“ und ersten technischen Errungenschaften wie dem Fernseher.

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Auch auf prominenten Plätzen in Freistadt, Schärding, Steyr und Wels sind mobile Schauräume zu finden.

Am Hauptplatz in Freistadt wartet eine „Stube aus dem ersten Viertel des 19. Jahrhunderts“. Der einzige geheizte Raum in einem Bauernhaus war die Stube, wo sich die Familien- und Hausbewohner nicht nur zum Essen, sondern auch zum Musizieren, Spielen und Handarbeiten trafen. Manche Spielsachen durften nur zu besonderen Gelegenheiten genutzt werden. Ein Spielzeugpferd wird als Beispiel zu sehen sein.

Die „Bauernstube Oberösterreichisches Heimatwerk“ (1955) ist am Oberen Stadtplatz in Schärding zu besichtigen. Im gesamten 20. Jahrhundert gab es neben der modischen Einrichtungslinie auch rustikal eingerichtete Wohnstuben. Diese erinnerten an frühere Zeiten und Handwerkstraditionen. Ein Pionier war hierbei das Oberösterreichische Heimatwerk, das nicht nur die Wohnkultur und das Handwerk, sondern auch Bräuche pflegt und fördert.

Eine „Schöne Stube“ lockt am Stadtplatz Leopoldibrunnen in Steyr (um 1800). Diese „schöne Stube“ wurde meist mit besonders reich verzierten Möbelstücken ausgestattet, die als Heiratsgut in die Familie kamen. Nur zu besonderen Gelegenheiten wurden die Möbel auch benutzt und so haben sie sich bis heute erhalten können.

Auf der Ringstraße in Wels wird ein „Wohnraum der 1970er Jahre“ ausgestellt. Typisch für diese Zeit waren neben einer wandfüllenden Fototapete der hochflorige Teppich und gegen Ende des Jahrzehnts die allseits beliebte Ledergarnitur. Grafische Muster in den Farben Dunkelbraun, Orange, Grün fanden sich nicht nur auf den Textilien, sondern auch auf dem Geschirr.

Besondere „Schau-Fenster“

Ergänzend zu den Schauräumen wird in den Arkadengängen des Linzer Schlossmuseums eine winterliche „Schau-Fenster“- Präsentation gezeigt. Die Sammlung des Schlossmuseums wurde nach Objekten durchsucht, die die Themen der Vorweihnachtszeit auf skurrile und besondere Weise erzählen. Im Innenhof des Schlossmuseums erwartet Besucher ein weihnachtliches Ambiente. In den historischen Arkadengängen werden die Fenster zu winterlichen „Schau-Fenstern“, die auf diese besondere Zeit des Jahres einstimmen (bis 13. Jänner 2021).

PS: An den Adventsonntagen kann wieder mit dem Oö. Volksliedwerk gesungen werden — heuer via Videoclips. Liedlehrer und Musikgruppen des Weihnachtsliedersingens im Schlossmuseum aus den letzten Jahren sind auf Videoclips zu sehen. Sie können nach einfacher Anleitung gemeinsam mit der Familie bei einer Adventfeier zuhause gesungen werden. Die Videoclips werden an den Adventsonntagen sowie am 24. und 26. Dezember auf der Website des Volksliedwerks (www.ooe-volksliedwerk.at) und der OÖ Landes-Kultur GmbH (www.ooekultur.at) hochgeladen.

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