Weiter Aufregung um Tempo 140

Ab morgen darf auf zwei Abschnitten der Westautobahn schneller gefahren werden

Vorerst ein Jahr lang darf auf der Westautobahn zwischen Haid und Sattledt schneller gefahren werden. © Asfinag

LINZ – Nicht nur die Erhöhung des Tempolimits auf 140 km/h auf zwei Teilstücken der Westautobahn stört Umwelt-Landesrat Rudi Anschober. Ein Dorn im Auge sind ihm auch die unterschiedlichen Regelungen bei den Toleranzmargen. Während man in Oberösterreich wie berichtet erst ab 159 km/h gestraft wird, kennt die Polizei in Niederösterreich schon ab 147 km/h keinen Pardon mehr. „Niemand versteht, warum es hier völlig unterschiedliche Regelungen gibt. Höchste Zeit für eine einheitliche Vorgangsweise“, betont der Landesrat. Fazit von Anschober: „Je höher das Tempo, desto höher die Wahrscheinlichkeit, dass der Grenzwert bei den Luftschadstoffen überschritten wird. Tempo 140 könnte sich also relativ bald wieder selbst abschaffen.“

Anhalteweg wird deutlich länger

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Der ÖAMTC hat errechnet, dass sich der Anhalteweg – dieser setzt sich aus dem Reaktions- und dem Bremsweg zusammen – bereits von 130 auf 140 km/h auf trockener Straße von 101,3 auf 114,5 Meter erhöht. Bei Tempo 159 benötigt ein Autolenker 141,7 Meter, um seinen Wagen bei trockener Fahrbahn zu stoppen.

Der VCÖ weist darauf hin, dass laut Berechnungen des Umweltbundesamtes bei einem durchschnittlichen Auto bei Tempo 140 um 16,4 Prozent mehr Stickstoffoxide ausgestoßen werden als bei 130 km/h. Und Greenpeace fordert Verkehrsminister Norbert Hofer (FPÖ) auf, „das fragwürdige Experiment sofort zu stoppen, um Mensch und Natur keinem weiteren Risiko auszusetzen“.

Die oberösterreichische Polizei wird die neue Höchstgeschwindigkeit auf der Westautobahn zwischen Haid und Sattledt laut Pressestelle stichprobenartig kontrollieren. Besondere Maßnahmen seien nicht vorgesehen, so Pressesprecher David Furtner zum VOLKSBLATT.