„Weltbeste Organisten“

In 17.000 Arbeitsstunden entstand Prunkstück des Brucknerhauses

Die Königin der Instrumente dominiert den Großen Saal, auch Brucknersaal genannt. 50 m³ Wind pro Minute sind erforderlich, um sie erklingen zu lassen.
Die Königin der Instrumente dominiert den Großen Saal, auch Brucknersaal genannt. 50 m³ Wind pro Minute sind erforderlich, um sie erklingen zu lassen. © Reinhard Winkler

„Wir haben am Sonntag bis sieben Uhr in der Früh gearbeitet, um für die Eröffnung des Brucknerfestes gerüstet zu sein“, betont Geschäftsführer Wendelin Eberle von der Firma Rieger aus Schwarzach, die mit Ausnahme von Südamerika Orgeln in aller Welt baut. Knapp 1,1 Millionen Euro wurden aufgewendet, um die alte und völlig marode Orgel samt schwerwiegenden Statikproblemen aus dem Jahr 1974 zu ersetzen, ohne dabei die Fassade zu verändern. Das Denkmalamt will es so. Erkennbare Erweiterung sind die 32 Fuß großen Holzpfeifen rechts und links an der Wand.

Montagabend eröffnete die lettische Organistin Iveta Apkalna den Reigen künftiger Orgelkonzerte. „Wir wollen die weltbesten Organisten haben“, sagt Brucknerhaus-Chef Dietmar Kerschbaum. Und natürlich wird auch dem Zusammenspiel mit Orchestern gefrönt, passt doch jetzt auch die Stimmung mit 440 Herz.

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Die Akustik im Saal sei nicht einfach zu bewältigen gewesen, so Eberle. Für die tiefen Frequenzen sei sehr viel Energie in die Pfeifen investiert worden. Jetzt habe man ein symphonisches Instrument mit viel mehr Klangfarben, erklärt Wendelin Eberle. Verbaut habe man für diese Orgel zehn Festmeter heimischer Hölzer, rund 3800 Pfeifen (auf 51 Register verteilt) seien neu gefertigt worden.

Spektakuläres Detail der neuen, nun optimal zugänglichen Orgel: Zur rein mechanischen Spielweise auf drei Manualen und Pedal kommt beste Elek- tronik. Alle Registerzüge können im Vorhinein programmiert und im Konzert abgerufen werden. Zudem werden per Stick Konzerte samt mechanischen Bewegungen der Orgel aufgezeichnet und archiviert. Das Brucknerhaus pfeift nicht mehr aus dem letzten Loch.

Ph. W.