Zubcic gewinnt Bansko-Riesentorlauf – Brennsteiner 3.

WM-Bronze von Marco Schwarz hat Österreichs Riesentorläufern einen Schwung gegeben. Stefan Brennsteiner beendete nun auch die Podestplatz-Sperre in dieser Disziplin im alpinen Ski-Weltcup. Der Salzburger landete am Samstag in Bansko 0,93 Sekunden hinter dem kroatischen Sieger Filip Zubcic an dritter Stelle, Zweiter wurde der zur Halbzeit führende Weltmeister Mathieu Faivre (FRA/+0,40). Manuel Feller landete auf Platz sechs (+1,63), Marco Schwarz auf zehn (+2,09).

Es ist der erste Stockerlplatz für den ÖSV im Riesentorlauf seit dem zweiten Platz von Marcel Hirscher im Februar 2019 ebenfalls in Bansko. Die besten Saisonergebnisse bisher waren achte Plätze durch Brennsteiner in Alta Badia und Roland Leitinger in Adelboden. Für Brennsteiner war es der erste Podestrang der Karriere, für Zubcic der dritte Weltcupsieg.

„Es ist einfach gerade echt fantastisch. Es ist in den letzten Jahren ganz selten einfach von der Hand gegangen, da kommt gerade einiges zurück. Meine Läufe waren alles andere als gut, aber wir sind materialmäßig mit Sicherheit ganz vorne dabei gewesen“, sagte der 29-jährige Brennsteiner, der sich nach mehreren Kreuzbandrissen immer wieder zurück gekämpft hat.

Während des Finallaufes war ihm eingefallen, dass er vor zwei Jahren in Bansko „einen super Lauf gefahren“ sei und sich dann „oben niedergelegt habe“. Vom Risiko her war er noch nicht am Limit. „Ich habe es mir nicht ganz zugetraut. Wie es scheint, war das heute der richtige Weg, weil einfach so viel Radius drauf war. Da hast du einfach ruhig bleiben müssen und den Schwung fertig fahren bis zum Ende“, erzählte er im ORF-TV-Interview.

Die ganzen „Was-wäre-wenn-Rennen, die sind ein bisschen wurscht gerade“, fügte Brennsteiner an, der versuchen wollte, diesen Moment „ein bisschen auszukosten“, ehe dir Vorbereitung auf den zweiten Riesentorlauf am Sonntag begann. „Das Setup stimmt super, ich werde versuchen, morgen noch einmal zwei gute Läufe zu fahren.“ Wie schnell es manchmal gehen kann, zeigt folgendes Zitat von Brennsteiner vor dem WM-Rennen in Cortina. „Ich zähle nicht einmal zu den Außenseitern“, hatte er vor nicht einmal eineinhalb Wochen gemeint. Als Halbzeitsiebenter schied er dann aus.

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Alexis Pinturault war dies bei der WM ebenfalls als Topfavorit und Halbzeitführender widerfahren. Am Samstag griff er vom dritten Zwischenrang an, verlor einen Stock und rettete Platz vier ins Ziel. Der Franzose führt im Disziplinweltcup drei Rennen vor Schluss mit 490 Zählern vor Zubcic (468) und Marco Odermatt (SUI/445), dem Tagesfünften. Im Gesamtweltcup baute er mit nun 974 Punkten seinen Vorsprung auf Odermatt (744), Schwarz (692) und Matthias Mayer (604) leicht aus.

Nach der bisher „schon sehr verkorksten“ Riesentorlauf-Saison durfte auch Feller zufrieden sein. „Das Ziel war heute, zweimal ein echt gutes Skifahren zu zeigen, das habe ich auch gemacht, glaube ich. Ein bisschen kritisch müssen wir es trotzdem sehen, von der ersten zur zweiten Zwischenzeit habe ich im ersten wie im zweiten Durchgang sehr viel Zeit verloren. Aber ansonsten bin ich superhappy mit dem Ergebnis“, sagte der Tiroler.

Er freute sich mit seinem sportlichen Weggefährten Brennsteiner mit. „Unglaublich, was ich mit dem Menschen schon alles erleben habe dürfen in meinem Leben. Er ist schon zweimal zu mir gekommen und hat gesagt, er weiß nicht, ob er weitermacht.“

Schwarz beendete sein erstes Rennen nach der WM als Zehnter, er fühlte sich in beiden Durchgängen nicht richtig wohl. „Im zweiten war es ein bisserl besser, aber zum vorne mitfahren ist das zu wenig. Bei den extrem drehenden Kurven bin ich nicht so richtig ins Ziehen gekommen.“

Adrian Pertl kam in seinem siebenten Weltcup-Riesentorlauf als 20. das zweite Mal nach einem 20. Platz im Dezember in Santa Caterina in die Punkteränge. Der Slalom-Vizeweltmeister hat sich als Ziel für das Saisonfinish zurechtgelegt, im Riesentorlauf mit der Startnummer weiter nach vorn zu kommen. „Ich bin nicht ganz zufrieden, ich hätte mir ein bisserl mehr erwartet. Morgen will ich noch einmal ein gutes Rennen abliefern. Ich muss noch mutiger fahren, speziell im unteren Teil, wo man riskieren muss“, sagte der Kärntner.

Leitinger schied im ersten Durchgang aus, seine Fahrt dauerte nur ein paar Tore. Nicht für das Finale qualifizierten sich Christian Borgnaes (34.) und Fabio Gstrein (39.) Am Sonntag steht ein weiterer Riesentorlauf auf dem Programm (10.00/13.00 Uhr, live ORF 1), ehe es nächste Woche für die Speed-Herren in Saalbach-Hinterglemm weitergeht.

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