Weltweit weniger Hinrichtungen

Hinrichtungen nach Folter-Geständnissen in Saudi-Arabien

In vielen Ländern der Erde werden Menschen hingerichtet, teils nach erpressten Geständnissen. © AFP/Zucchi

Im Vorjahr ist die Zahl der dokumentierten Hinrichtungen weltweit auf den niedrigsten Stand seit zehn Jahren zurückgegangen.

Das geht aus der von Amnesty International veröffentlichten Jahresstatistik für 2019 hervor. Laut der Menschenrechtsorganisation wurde die Todesstrafe immerhin aber an 657 Menschen in 20 Ländern vollstreckt.

Das bedeutet einen Rückgang von fünf Prozent im Vergleich zu 2018 (690 Hinrichtungen). In mehreren Ländern gab es jedoch mehr Hinrichtungen als zuvor: in Saudi-Arabien, Irak, dem Südsudan und Jemen.

Die Länder mit den meisten Exekutionen waren nach Erkenntnissen von Amnesty im Vorjahr China und der Iran. China hält die Hinrichtungen geheim, eine genaue Dokumentation ist daher nicht möglich. Amnesty schätzt die Zahl dort auf mehrere Tausend. Auch andere Staaten, darunter Nordkorea, Vietnam oder der zweitplatzierte Iran, verschleiern das wahre Ausmaß der vollstreckten Todesurteile.

Im Iran wurden vergangenes Jahr offiziell 251 Exekutionen registriert. Es folgen Saudi-Arabien (184), der Irak (mindestens 100) und Ägypten (mindestens 32).

„Die Todesstrafe ist eine abscheuliche, unmenschliche Strafe und es gibt keine glaubwürdigen Beweise dafür, dass sie mehr von Verbrechen abschreckt als eine Gefängnisstrafe. Eine große Mehrheit der Länder erkennt dies an, und es ist ermutigend zu sehen, dass die Zahl der Hinrichtungen weltweit weiter zurückgeht“, erklärte Annemarie Schlack, Geschäftsführerin von Amnesty International Österreich.

Die zunehmende Anwendung der Todesstrafe in Saudi-Arabien sei freilich „eine alarmierende Entwicklung“. 184 Hinrichtungen ist die höchste Zahl innerhalb eines Jahres, die Amnesty je dokumentiert hat. Todesurteile in Saudi-Arabien würden auch nach Geständnissen unter Folter vollstreckt.

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