Wendiger Allrad-Stadtflitzer

Der Swift, der seit 1983 im Programm der Japaner ist, ist sicher der Star der Modellpalette. Swift heißt übersetzt übrigens schnell oder hurtig – Eigenschaften die auf das Allrad-Leichtgewicht zweifelsohne zutreffen.

Text & Fotos: Oliver Koch

Suzuki Swift 1.2 Dualjet Allgrip Hybrid flash: Liest sich etwas sperrig, heißt aber so. Also: Ein Suzuki erst einmal, der Swift also – jetzt in der der 2018er-Modellversion. 1,2-Liter Dualjet-Benzinmotor, Allradantrieb, elektrische Motorunterstützung (wobei man mit dem Swift nicht rein elektrisch fahren kann) sowie die höchste Ausstattungslinie namens flash. Dann schauen wir uns mal die Motorleistung des Leichtgewichts an. 90 PS stecken in dem Benziner – die Elektronik optimiert die Motorleistung und soll gleichzeitig den Verbrauch um 0,2 Liter senken, sagen die Ingenieure. Während Ersteres stimmt (der Wagen zieht von Beginn an hurtig an) ist Zweiteres schwer belegbar. Klar, 5,4 Liter Spritverbrauch ist ein respektables Ergebnis. Doch in Relation zu Gewicht, Referenzwert (4,5 Liter) jetzt nicht das Überdrüber-Wunder. Sie es wie es sei. Der Swift trägt einen mit einer Tankfüllung gut und gerne 650 Kilometer weit. Sein Revier ist allerdings die Stadt, wo er seine Stärken ausspielen kann: Wendigkeit, Spritzigkeit, seine kompakte Größe (3,84 Meter), seine direkte und präzise Lenkung, die knackige und exakte Fünfgangschaltung sowie seine geringe Breite (1,735 Meter). Aber auch darüber hinaus weiß der Swift zu gefallen.
Der Allradler liegt gut auf der Straße, hat auch bei höheren Geschwindigkeiten etwas Reserven und bei flotteren Kurvenfahrten zieht er stoisch seine Linie durch.

bezahlte Anzeige

Billig ist der Top-Swift, dessen Schnauze an eine breit grinsende Katze erinnert, nicht: 19.990 Euro muss man berappen. Dafür erhält man ein solide verarbeitetes Gefährt mit reichlich Platz auf allen fünf Sitzen, einem intuitiv zu bedienenden wieselflinken, 7-Zoll-Tochscreen, ein paar Fahrerassistenzsysteme (wobei hier mancher Wettbewerber mehr bietet), Rückfahrkamera, Lederlenkrad, Sitzheizung und Klimaanlage. Generell setzt der Swift seine Formsprache der fünften Generation auch in der sechsten Auflage fort und da steht der Faktor Jugend im Vordergrund. Die Instrumente lassen sich gut ablesen und auch die Stoffsitze bieten den nötigen Halt. Die Haptik lässt kaum Wünsche offen, das Design – etwa wegen der runden Lüftungsdüsen – ist pfiffig. Dieses Wort trifft auch auf das Äußere zu: Schwarz lackierte Pfosten lassen das Dach des Swift scheinbar freistehend schweben. Mit einer kraftvollen Schulterpartie und großen Heckleuchten spielt der Swift den Muskelprotz. Optisch schön anzuschauen, aber in der Praxis etwas umständlich zu handhaben sind die in die hintersten Dachpfosten integrierten Griffe für die Fondtüren.

Während das im ungarischen Esztergom vom Band laufende Auto generell gut bis sehr gut verarbeitet ist, zeigt sich beim Kofferraum ein ambivalentes Bild. Freilich fasst das Abteil 265 Liter (ein sehr guter Wert). Allerdings ist die Ladekante extrem hoch und die Verarbeitung alles andere als perfekt. Durch die im Verhältnis 60:40 umklappbare Rücksitzlehne erweitert sich das Gepäckabteil auf 947 Liter, wenn auch dann mit einer stattlichen Stufe im Laderaumboden.

Fazit: Ein Evergreen, dessen Attribute seine Wendigkeit, sein jugendliches Aussehen und natürlich der Allradantrieb sind.