Weniger Umsatz für Thalia trotz größerer Leselust

Auch wenn Corona eine „Renaissance des Lesens“ ausgelöst habe, war das abgelaufene Geschäftsjahr für die Buchhandelskette Thalia ein schwieriges Jahr, blickte Österreich-GF Thomas Zehetner zurück. Der Umsatz ging von 126,1 Mio. Euro 2018/19 auf 119,7 Mio. Euro 2019/2020 (per 30. September) zurück, das Ergebnis vor Steuern von 10,1 Mio. Euro auf 8,5 Mio. Euro. Künftig werde weiter auf die „Omni-Channel-Strategie“, Verzahnung von stationärem Handel mit Online-Diensten, gesetzt.

Inzwischen gehe jeder zehnte Kauf im stationären Handel auf eine Online-Bestellung zurück, meinte Zehetner in der Bilanzpressekonferenz am Donnerstag. Den eingeschlagenen Weg des kanalübergreifenden Geschäftsmodells gehe Thalia daher weiter. So werden heuer die 24/7-Abholstationen ausgebaut. Derzeit gibt es drei in Wien und eine an der Linzer Uni. Der Geschäftsführer rechnet damit, dass sich der Anteil der Online-Geschäfte am Thalia-Gesamtumsatz in Österreich bei rund 25 Prozent einpendle.

Aber nicht nur besagte Strategie sondern auch staatliche Förderungen – wie etwa die Halbierung der Mehrwertsteuer auf Bücher von 10 auf 5 Prozent -, „faire Lösungen mit Vermietern“ sowie das „flexibles Agieren der Mitarbeiter“ hätten zur teilweisen Kompensierung des verlorenen Umsatzes beigetragen, hielt er fest. In dem sechswöchigen Lockdown innerhalb des abgelaufenen Geschäftsjahres waren die Mitarbeiter in Kurzarbeit. Das galt auch für die weiteren, die nach dem 30. September 2020 und damit im aktuellen Thalia-Geschäftsjahr folgten. Der stationäre Umsatz liege derzeit um rund 13 Prozent hinter dem von 2019/20.

Einen positiven Effekt kann Zehetner der Pandemie abgewinnen: Das Lesen werde in schwierigen Zeiten geschätzt. Quer durch alle Altersschichten sei deutlich mehr zum Buch gegriffen worden, stellte er fest. Aber nur zur gedruckten Form und nicht zum E-Reader. Die elektronische Variante sei eindeutig ein Thema für Urlaub oder Reisen und damit 2020 von geringerem Interesse gewesen.

Vor allem Unterhaltungsliteratur, Ratgeber sowie Kinder- und Jugendbücher waren gefragt. Auch das Geschäft mit Gesellschaftsspielen und Puzzles stieg im Pandemie-Jahr. In Summe gesehen blieb der Anteil buchfremder Waren mit rund einem Drittel am Gesamtunsatz aber gleich. Denn der Verkauf von Artikeln aus dem Sortiment Papier, Schule und Büro war rückläufig.

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Thalia hat in Österreich 37 Standorte mit 550 Vollzeitäquivalenten.

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