Wenn das Auto denkt und lenkt

Beim vollautomatisierten Fahren kann das Auto die Führung des Fahrzeuges fast komplett übernehmen. Doch was genau versteht man unter autonomen Fahren und welche Vorteile gibt es?

Expertin Julia Kloss ist Automotive Consultant, seit 20 Jahren in der Automobilindustrie tätig und meint: „Schaut man auf die Entwicklungen und Statements der großen Autohersteller dieser Welt, wird dieses Szenario schon in naher Zukunft Realität werden. Da wir uns im Alltag bereits bei vielen Tätigkeiten auf die Hilfe elektrischer Geräte stützen, ist es nur naheliegend, technische Innovationen auch auf das Auto als Hauptverkehrsmittel auszuweiten.“ Kloss ist sich „ziemlich sicher, dass es von den meisten Menschen gut angenommen wird“.

Beim vollautonomen Fahren gehe es darum, dass Autos durch den Einsatz von künstlicher Intelligenz über das Potenzial verfügen, die Fähigkeiten des Fahrers vollständig zu ersetzen und ein rundum automatisiertes sowie sicheres Fahrerlebnis bieten.

Autonomes Fahren sei aber mehr, als nur eine Weiterentwicklung des Autopiloten: Bei einem Autopilot handelt es sich um ein Fahrassistenzsystem, dass die Fähigkeiten des Fahrers ergänzt, nicht jedoch ersetzt. Beim vollautonomen Fahren lenkt das Fahrzeug eigenständig, wechselt die Spur, bremst, parkt ein, führt Wendemanöver aus, erkennt Verkehrshindernisse und ersetzt den Fahrer vollständig – „für unser heutiges Verständnis von Autofahren ein völlig neues Fahrerlebnis“.

Die Vorteile autonomen Fahrens lägen klar auf der Hand. „Autofahrern wird wertvolle Lebenszeit geschenkt, die ansonsten mit der Bedienung des Fahrzeugs verwendet werden würde. Geschäftsleute könnten entspannt Telefonate führen und Mails checken, während das Auto sie fährt. Mütter könnten sich um ihre Kinder kümmern. Auch Staus wären in Zukunft kein Problem mehr, weil das Auto den Stop-and-go Verkehr von alleine regelt und Auffahrunfälle dank eingesetzter KI nicht mehr vorkommen würden“, so Kloss.

Ohnehin sei die erhöhte Sicherheit ein großes Argument, welches auf Seiten der Entwickler liegt. Es sei wissenschaftlich erwiesen, dass Software-Lösungen weniger Fehler produzieren als Menschen, das heißt nahezu fehlerfrei operieren, während menschliches Versagen oft der Auslöser von Verkehrsunfällen sei. „Allerdings gilt die Prämisse des sicheren Straßenverkehrs ohne nennenswerte Unfälle nur, wenn die verwendete Technik vollständig ausgereift und perfekt entwickelt ist“, so Kloss.

Es gebe überdies noch einen Punkt, der für die Entwicklung Autonomen Fahrens spräche: Die vielen Möglichkeiten des Carsharings, die sich bei selbstfahrenden Autos ergeben. So wäre es beispielsweise möglich, selbstfahrende Autos als Taxis für alle Arten von Personengruppen einzusetzen, die den öffentlichen Nahverkehr entlasten und moderne Fahrgemeinschaften ermöglichen. Kloss: „Da man keinen Fahrer braucht, könnte es sogar sein, dass selbst Menschen ohne Fahrerlaubnis auf diese Art des Transports zugreifen dürfen und nicht mehr nur auf Bus und Bahn angewiesen sind.“

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