Wenn das Talent nicht reicht…

Am 22./23. September glüht zwischen Esthofen und St. Agatha der Asphalt

Rene Martinek (links, Renault Clio) und Alexander Frank (PRC S2000) werden es am 23. September eilig haben.
Rene Martinek (links, Renault Clio) und Alexander Frank (PRC S2000) werden es am 23. September eilig haben. © SMP/Binder

„Ich bin lange auf der Rundstrecke gefahren, was dir da alles unterkommt. Da schießt dich einer ab, den du schon überrundet hast, weil er zu spät bremst. Lauter so Blödsinn. Das kann am Berg nicht passieren.“ Helmut Maier, der flotte Bayer, ist mit seinem Spiess-Golf-Geschoss Stammgast beim Bergrennen vom Weiler Esthofen bei Waizenkirchen hinauf nach St. Agatha. „Eine tolle Veranstaltung, super organisiert, da sind immer alle zufrieden, wenn sie heimfahren.“

Am 22. (Training ab 12) und 23. September (Rennläufe ab 12) wird Routinier Maier, er wird heuer 75, mit mehr als 200 weiteren hart gesottenen Piloten die Landstraße 525 zum Glühen bringen. Beim 31. Noblend Automobil-Bergrennen zur FIA Zonen-EM, dem FIA Hill Climb Cup, der Berg-ÖM und zum KW Berg-Cup sind wieder die besten Fahrer Europas am Start, garniert mit lokalen Größen.

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Seinen Rundstrecken-Boliden Renault Clio Turbo rollt Rene Martinek an den Start, für den ÖAMTC-Techniker, der seine Motorsportkarriere als Bergfahrer begonnen hatte, ist ein „Start beim Heimrennen natürlich Pflicht“, der Wagen wäre zwar für den Bergsport ungeeignet („zu wenig Leistung, zu lange Übersetzungen“), Martinek hofft aber, dass wenigstens das „Talent des Piloten reicht“.

Sollte das Talent eines Fahrers mit seinem Ehrgeiz nicht mithalten, sorgen mehr als 700 Leitelemente aus Beton für die Sicherheit der Zuschauer. Der Bolide freilich wäre ein Fall für das Alteisen, „die Betonelemente geben garantiert nicht nach“, verspricht Markus Altenstrasser, Präsident des Veranstalterklubs MSC Rottenegg, schmunzelnd.

Eben dieses mache den Reiz von Bergrennen aus, ist Ferdinand Madrian sicher, auf der Rundstrecke gäbe es gnädige Kiesbetten und Auslaufzonen, am unbarmherzigen Berg wäre jeder Fehler auch bereits der letzte im Lauf. Industrieanlagen-Techniker Madrian wird einen Drei-Liter-Norma-Achtzylinder mit 530 PS auf 640 Kilogramm Kampfgewicht unbarmherzig hinauf nach Agatha bewegen.

AHA