Wenn der Zufall Regie führt

    Donaufestwochen im Strudengau: Ensemble 15.21 bei Kerzenschein

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    Das Ensemble 15.21 zeigte seine Kompetenz für zeitgenössische Musik
    Das Ensemble 15.21 zeigte seine Kompetenz für zeitgenössische Musik © Archiv

    Von Kurt Lettner

    Beim Konzert des Ensembles 15.21 im Rahmen der Donaufestwochen im Strudengau führte der Zufall Regie, als nach dem Einzugschoral „Veni creator spiritus“ das Licht in der spätgotischen Pfarrkirche und im Ort Bad Kreuzen ausfiel und das Ensemble gezwungen war, den Abend mit kleinen Handlampen und Kerzen fortzusetzen, was das musikalisch hochwertige Konzert zu einem stimmungsvollen Ereignis aufwertete. Im Mittelpunkt des Abends stand die Aufführung eines Auftragswerkes von Wolfram Wagner (1962): die „Jacobsgesänge Nr.1-6“, komponiert 2015. Dieses reizvolle Opus für Englischhorn, Sprecher und Chor stellt die alttestamentarische Erzählung von der „Himmelsleiter“ in den Mittelpunkt, jener Leiter, die Jacobus im Traum sieht. Das Werk — mit Hans Georg Jacobi als eindrucksvollem Solisten am Englischhorn wie auch die Chöre in einem durchaus harmonischen, eher postromantischen Stil komponiert — ergeben ein Gesamtbild, bei dem das Ensemble 15.21 seine Kompetenz für zeitgenössisches Musik zeigen konnte.

    Homofone Klangwirkung

    Umrahmt wurde dieses zentrale Werk mit Gregorianischem Choral und Motetten von Jacobus Gallus (1550 – 1591), einem Komponisten mit stark homofoner Klangwirkung. Nach dem letzten Werk, abrundend wieder mit dem „Veni creator spiritus“ und einer ergreifenden Draufgabe — „O Jesu all mein Leben bist du“ im feinen Satz von Anton Heiler — erstrahlte plötzlich die Kirche wieder im elektrischen Licht, was eine Rückkehr in den Alltag erleichterte. Ein Konzert, sehr gut von einem dankbaren Publikum beklatscht und bedankt.