„Wer mich kennenlernen will, hört das Album“

Josh., Wiener „Prince Charming“, setzt nach „Cordula Grün“ weiter auf Mädchen und Farben

Am 10. Mai kommt Josh. im Zuge seiner Tour in den Linzer Posthof.
Am 10. Mai kommt Josh. im Zuge seiner Tour in den Linzer Posthof. © Carina Antl

Mit „Cordula Grün“ lieferte er einen Riesenhit, morgen erscheint sein erstes Album „Von Mädchen und Farben“. Mit dem VOLKSBLATT sprach Johannes Sumpich, besser bekannt als Josh., über Mädchen, Pferde und One-Hit-Wonder. Für die Austrian Music Awards heute ist er gleich zweimal nominiert.

VOLKSBLATT: Wie wurde aus Johannes der singende Josh.?

JOSH.: Das war bei mir im Studio mit meinen zwei Produzenten. Irgendwie hat sich mein Sound ein bisschen verändert und die haben gesagt „He Josh, warum schreibst du nicht einfach Josh drauf?“ Mich nennen meine Freunde schon seit der Schulzeit so, das war halt mein Spitzname. Und dann habe ich das aufgeschrieben und einen Punkt dahinter gesetzt.

„Cordula Grün“ wurde als Überraschungshit, als DER Sommerhit etc. bezeichnet — wie schüttelt man denn einen Hit aus dem Hemdsärmel?

Ich glaube gar nicht. Kein Mensch weiß, wie man so was macht. Gott sei dank, sonst würde derjenige jeden Tag einen Hit schreiben. Man kann einfach nur Musik machen und immer weitertun und dann passiert so etwas hin und wieder.

Ist One-Hit-Wonder DAS Unwort für Sie geworden?

Wenn ich jetzt ehrlich bin, ein bisschen schon. Aber ich habe gar nicht so die ganz große Angst davor, weil ich ja weiß, dass es viel mehr von mir gibt und dass jetzt ein Album von mir rauskommt. Ich weiß, dass es so wirken kann, wenn man nur diesen einen Song kennt und da bin ich keinem böse, der das sagt. Wenn man das in ein paar Monaten zu mir sagt, dann werde ich denken „ach schade“, weil dann hat man sich den Rest nicht angehört. Aber einstweilen bin ich noch guter Dinge.

Was ist aus Cordula und Ihnen geworden? Singen Sie sie noch gerne?

Ja, ich singe die Nummer total gerne, weil es bei den Konzerten immer wahnsinnig gute Stimmung macht, immer ein guter Moment ist. Und weil der Song der Grund ist, warum ich diesen ganzen Wahnsinn machen darf.

Ihr erstes Album steht in den Startlöchern. Mit dem Thema „Mädchen und Farben“ sind Sie also noch nicht durch?

Naja, das Thema Beziehungen und so, da kann man ja nie ganz durch sein in seinem Leben, oder? Also, es passieren ja immer Dinge. Und solang Dinge passieren, kann man auch Songs schreiben. Wenn keine passieren, kann man sicher auch Songs schreiben, aber ich weiß noch nicht so genau, wie das ist.

In vielen der Songs geht’s um Mädchen, Mädchen, Mädchen … was geht Ihnen sonst noch so durch den Kopf?

(lacht) Das trifft es eigentlich schon ganz gut. Aber was sonst noch? Ich bin genauso ein politischer Mensch, rede gerne mit Freunden, mach’ mir Gedanken über alles und jeden. Und wenn es andere Gedanken gibt, schreibe ich auch gerne darüber — aber jetzt war das gerade ein Thema und da habe ich darüber geschrieben und es ist ein ganzes Album daraus geworden.

Aber es geht ja auch um Tiere, oder was macht der Lipizzaner auf dem Cover?

Der Lipizzaner spielt ja im Video von „Vielleicht“ mit. Da geht es irgendwie darum, mein generelles musikalisches Schaffen anzuschauen — da hatten wir die Idee dazu: ein bisschen so der „Prince Charming“, der es nicht so ganz hinbekommt, die Wiener Variante des Prinzen, der das weiße Pferd halt nur mithat, es aber nicht reitet.

Die Texte sind sehr witzig, voller kreative Wortspiele … Ist das typisch für Sie? Auch für diejenigen, die Sie als Johannes kennen?

Ich glaube schon. Ich mache gerne mal ein paar witzige Sachen, bin aber auch sehr melancholisch. Ich bin jemand, der gerne mit Sprache spielt. Ich glaube nicht, dass jemand, der mich privat kennt, das Gefühl hat, wenn er mich als Künstler hört, dass das jemand anderes ist.

Wie viel von Ihnen steckt in den Songs?

Eine Menge, ganz viel, aber ich mache nicht ganz genaue Ansagen darüber, wo sich die Wolken von Fiktion und Realismus treffen, wo irgendwelche Grenzen sind. Wenn jemand mich kennenlernen will, dann kann er sich dieses Album anhören, dann weiß er doch schon recht viel.

Wie waren Ihre Auftritte in Deutschland, wie kam Ihr Wienerisch an?

Ich wurde zu „Cordula Grün“- Zeiten schon recht gut in Deutschland aufgenommen und jetzt auch auf der Tour, die im Herbst noch einmal verlängert wird. Danke an alle Leute in Deutschland. Die mögen das Wienerische irgendwie ganz gerne, sie verstehen das meiste und können damit was anfangen.

Der Song Contest steht vor der Tür – wäre das was für Sie?

Da bleibe ich ganz ehrlich, wie bei allen Dingen: Ich weiß es nicht. Im ersten Moment würde ich sagen „Nein“. Aber es ist immer total einfach, zu Dingen nein zu sagen, wo dich noch keiner gefragt hat. Man hat mich noch nicht gefragt, ob ich beim Song Contest mitmachen will. Derzeit hätte ich gar keine Zeit, und das ist schön. Falls mich mal wer fragt, dann würde ich mir das überlegen.

Mit Josh. sprach Mariella Moshammer

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