Werner Kogler zum Bundessprecher der Grünen gewählt

Ein Jahr nach dem Debakel bei der Nationalratswahl haben die Grünen am Samstag personelle Weichen für ihr erhofftes Comeback gestellt. Bei einem Bundeskongress in Wien wurde der Parteivorstand erneuert und Interimsparteichef Werner Kogler zum Bundessprecher gewählt. Kogler plädierte fürs “Rudern statt Sudern” und bewarb die speziell grüne Mischung aus Ökologie und Gerechtigkeit.

Rund eine Stunde lang redete Kogler, bevor er – ohne Gegenkandidat – mit 99,02 Prozent der Delegiertenstimmen gekürt wurde. Er stellte einen Weg zurück zu Wahlerfolgen in Aussicht, führte dazu den Erfolg in Innsbruck an und äußerte für die Gemeinderatswahl in der Stadt Salzburg 2019 eine ähnliche Hoffnung. Unterstützung erhielt er vom grünen Innsbrucker Bürgermeister Georg Willi. “Heute geht’s los, wir werden Wahlen gewinnen”, meinte dieser.

Kogler bezeichnete das Scheitern bei der Nationalratswahl als selbst verschuldeten “ziemlichen Potsch’n”, dem man aber auch Positives abgewinnen könne. Viele hätten erkannt, dass es die Grünen weiter brauche. Heute verzeichne man Nettozuwächse an Parteimitgliedern.

Gerade Ökothemen zeigten, dass die Grünen benötigt würden, “weil es macht sonst niemand in dieser Konsequenz”. Angesichts des Handelns der ÖVP, aber auch von SPÖ-Widerstand gegen “Fundifirlefanz” in Umweltfragen, sage er: “Da bin ich stolz darauf, ein Fundi zu sein.”

An den Regierungsparteien FPÖ und ÖVP ließ Kogler kein gutes Haar: “Mittlerweile ist Blau rechtsextrem, und rechtspopulistisch ist mittlerweile schon türkis.” Es gehe darum, “die Heimat Europa zu schützen vor den alten Nationalisten und den neuen Rechtsextremen”. In der EU laufe vieles schief, sie deshalb infrage zu stellen, sei aber falsch: “Ich will ja wegen Schwarz-Blau auch nicht Österreich abschaffen.”

Kogler soll bei der EU-Wahl 2019 als Spitzenkandidat der österreichischen Grünen ins Rennen gehen, die parteiinterne Wahl dafür ist aber erst für den nächsten Bundeskongress vorgesehen. Als Bundessprecher will er statt der gewählten drei Jahre nur zwei Jahre lang fungieren und dann an einen Nachfolger übergeben.

Bereits diesmal gewählt wurden neue Mitglieder im Parteivorstand. Neben Kogler und der bereits im alten Vorstand vertretenen Lara Köck kamen hier Ewa Dziedzic, Nina Tomaselli, Stefan Kaineder sowie Rudi Hemetsberger zum Zug. Ebenfalls gewählt wurde Finanzreferent – und damit auch Vorstandsmitglied – Wolfgang Raback; wie Kogler fungierte er bisher nur interimistisch.