Westring-Tunnel wächst jeden Tag um sechs Meter

Tief unter der Erde nimmt das gewaltige Bauwerk schon Formen an

„Innenaufnahme“ vom Linzer Freinberg, wo derzeit die Auffahrt zur neuen Westringbrücke in den Felsen gesprengt wird. Mit einer Breite von 15 Metern und einer Höhe von sieben Metern hat der Stollen beachtliche Ausmaße.
„Innenaufnahme“ vom Linzer Freinberg, wo derzeit die Auffahrt zur neuen Westringbrücke in den Felsen gesprengt wird. Mit einer Breite von 15 Metern und einer Höhe von sieben Metern hat der Stollen beachtliche Ausmaße. © Röbl

Von außen nicht zu erkennen, wächst tief im Linzer Freinberg eines der größten und spektakulärsten Bauwerke der Landeshauptstadt.

Rund 250 Meter tief haben sich die Mineure auf der Baustelle des Westrings in den letzten Monaten bereits in den Berg gegraben. Wobei: Genaugenommen gräbt man nicht, man sprengt sich in den Berg hinein.


Und zwar dreimal täglich. Dabei werden jeweils rund 120 Sprengladungen gezündet, so Asfinag-Projektleiter Franz Sempelmann zum VOLKSBLATT.

Einzigartiges Bauwerk

Pro Sprengung wächst der Tunnel um etwa zwei Meter, in Summe also um etwa sechs Meter am Tag. Keine schlechte Leistung, wenn man die Ausmaße in Betracht zieht: Rund 15 Meter breit und sieben Meter hoch ist die beeindruckende Röhre. Das Tempo soll aber noch auf acht Meter gesteigert werden.

Für Sempelmann aber nur eine von vielen Herausforderungen. Kein Wunder: Eine derartige Brücke gibt es nirgendwo sonst auf der Welt. „Gemessen an ihrer Fläche ist sie weltweit die größte echte freihängende Hängebrücke“, so Sempelmann.

An der Brücke selber wird natürlich ebenfalls bereits eifrig gebaut. Hoch über beiden Donauufern laufen noch die letzten Arbeiten zur Errichtung der sogenannten Ankerblöcke. Rund 120 Anker werden dabei jeweils bis zu 70 Meter tief im Boden versenkt.

An diesen werden später die Stahlseile befestigt, die die 13.000 Tonnen schwere Hängebrücke tragen. Bereits in den nächsten Tagen sollen die ersten der insgesamt 12 jeweils 500 Meter langen Trageseile geliefert werden, so der Techniker. Über die Donau gespannt werden sie im kommenden Jahr. Erstmals befahren werden kann die Brücke dann im Jahr 2024.

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