Wie viele Friseure brauchen wir?

Klischees und Scheu vor MINT-Berufen bremsen Frauen und heimische Wirtschaft

Frauen in die Technik. Dieser Slogan greift noch immer viel zu selten und schadet unserer Wirtschaft.
Frauen in die Technik. Dieser Slogan greift noch immer viel zu selten und schadet unserer Wirtschaft. © APA/Pessenlehner

MINT. Die Abkürzung für Mathematik, Informatik, Naturwissenschaft und Technik ist ein Schlüsselfaktor für die Zukunft unserer Wirtschaft, weiß Joachim Haindl-Grutsch, Geschäftsführer der Industriellenvereinigung OÖ.

„Für die Zukunft unseres Landes ist die Verfügbarkeit von qualifizierten MINT-Fachkräften von größter Bedeutung, weil sie entscheidend für die Wettbewerbsfähigkeit der heimischen Industrie ist. Die Betriebe werden auch in Zukunft dort forschen und produzieren, wo der Zugang zu Technikern gegeben ist!“

Lern was g’scheit’s!

So klar die Botschaft ist, so schwierig ist deren Umsetzung.

Friseurin, Einzelhandel, Büro. So lauten die Top-Drei in der Berufswahl junger Mädchen, knapp die Hälfte aller weiblichen Lehrlinge wurden 2018 in diesen drei Berufen ausgebildet. Wahnsinn.

„Eltern, Lehrer und die gesamte Gesellschaft müssen eine neue Herangehensweise an die Ausbildung der Kinder finden“, forderte Haindl-Grutsch. Der spielerische Zugang von Kleinkindern zu Technik und Naturwissenschaften gehe vielfach in der Schule verloren.

Auch die Rollenklischees blockierten immer noch den Zugang von Frauen zu MINT-Ausbildungen, unterstrich NR-Abgeordnete Therese Niss. „Trotz der steigenden Nachfrage und attraktiver Arbeitsplätze mit überdurchschnittlicher Bezahlung entscheiden sich viele junge Menschen gegen eine Karriere im MINT-Bereich.“

Insbesondere Mädchen ließen sich allzu oft von früh geprägten Vorstellungen über diese Berufe abschrecken. Zudem fehlt oft der Rückhalt in der Familie, die jungen Frauen trauten sich damit auch zu wenig zu. Die Folgen sind dramatisch: Ein deutlich geringeres Lebenseinkommen für Frauen sowie eklatante Nachteile für Oberösterreichs Wirtschaft, der die dringend benötigten Fachkräfte fehlen.

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