„Wieder gscheit einen reinlassen“

Schwimmer Sebastian Steffan brennt auf ersten richtigen Wettkampf nach Sperre

Sebastian Steffan will nach Ablauf seiner einjährigen Sperre wieder voll durchstarten.
Sebastian Steffan will nach Ablauf seiner einjährigen Sperre wieder voll durchstarten. © GEPA

Von Christoph Gaigg

Sebastian Steffan ist wieder da! Nach seiner einjährigen Dopingsperre hat das oberösterreichische Schwimm-Ass schon zuletzt einen Trainingswettkampf in Salzburg bestritten, nun betritt er bei den Kurzbahn-Staatsmeisterschaften von Donnerstag bis Sonntag in Graz erstmals wieder die große Bühne mit einem Wettkampf, „wo es um etwas geht.“

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„Ich bin noch nicht dort, wo ich war“

Klar, dass der 21-Jährige auf sein Comeback brennt: „In erster Linie herrscht Freude, dass ich wieder starten kann, meine Kollegen treffe und wieder mal gscheit einen reinlassen kann“, sagte das VOLKSBLATT-TopTalent von 2014, das wie gewohnt über Lagen (100, 200, 400 m), Kraul (200, 400 m), Rücken (50 m) und zweimal in der Staffel antreten wird. Eine gewisse Unsicherheit über die eigene Form lässt sich freilich nicht wegleugnen. „Ich habe mich fit gehalten, fühle mich gut. Aber natürlich fehlen mir einige Kilometer. Ich bin noch nicht dort, wo ich war, das wird wohl bis Sommer dauern.“

Dass der leidenschaftliche Schwimmer in den vergangenen Monaten die wohl härteste Zeit seiner sportlichen Laufbahn durchmachte, versteht sich von selbst. Umso schöner war die Rückkehr ins Olympiazentrum auf der Gugl, wo er seit Juni wieder trainieren darf. „Das war richtig geil, ich habe die Gugl und was man dort alles hat, schätzen gelernt. Und es war geil, wieder in der Gruppe dabei zu sein, ich habe zu vielen ein enges Verhältnis“, so Steffan, der weiter von einem ganz großen Ziel träumt: der Teilnahme an den Olympischen Spielen 2020 in Tokio. Es wäre die Vollendung seines Weges zurück.

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Der Fall Sebastian Steffan

Im Rahmen der Schwimm-Staatsmeisterschaften am 16. Juli 2017 in Enns wurde bei Sebastian Steffan der Wirkstoff Heptaminol gefunden. Diese Substanz ist im Training erlaubt, im Wettkampf verboten. Wie der Wirkstoff in den Körper gelangte, ist unklar: „Es wird auf ewig ein Rätsel bleiben“, sagte Steffan.
Dem Oberösterreicher wurde „Fahrlässigkeit“, aber nicht „Vorsatz“ vorgeworfen, er wurde für ein Jahr von der Anti-Doping-Rechtskomission gesperrt, sie dauerte bis 12. August 2018. Der Österreichische Schwimmverband ließ Steffan fallen, verzichtet bis zwei Jahre nach Ablauf der Sperre auf Förderungen und Unterstützung. Seit 16. Juni 2018 darf der 21-Jährige aber wieder im Olympiazentrum auf der Gugl trainieren.