Wieder Opfer: Polizei warnt eindringlich vor Liebesbetrügern

Geben sich oft als US-Ärzte aus oder sitzen auf Ölplattformen fest

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Sie wittern das große Geld bei einsamen Herzen — und sie haben nur allzu oft Erfolg.

Die Polizei registriert derzeit in Oberösterreich wieder eine Reihe von so genannten Love-Scam-Betrügereien — also Fälle, bei denen zumeist Frauen auf einschlägigen Plattformen im Internet den Liebeswerbungen von vermeintlichen Interessenten Glauben schenken und ihnen Tausende von Euro überweisen.

Die Täter gehen oft mit ähnlichen Maschen vor. So etwa geben sie sich gern als US- Militärarzt aus, der irgendwo im Nahen Osten festsitzt und Geld benötige. Zwei solcher Fälle wurden in den vergangenen Tagen bekannt. Eine Mühlviertlerin überwies 23.000 Euro, eine weitere, 41 Jahre alte Frau, sogar 30.000 Euro.

Ihr heftig um sie werbender Internet-Kontakt hatte ihr weis gemacht, als Arzt in Syrien festzusitzen, heim zu wollen und keinen Zugriff auf sein Konto zu haben. Mehrmals bat er um Geld, das die Frau an italienische und österreichische Konten überwies. Nachdem die Forderungen nicht aufhörten, erstattete sie Anzeige.

Täter warb mit Foto von Schauspieler

Ganze 60.000 Euro bezahlte eine 58-Jährige an einen Betrüger, der ganz dreist mit dem Foto eines italienischen Schauspielers für sich warb, wie sich später herausstellte. Der Täter schrieb und sprach französisch und gab an, das Geld für Behörden, Flüge, Hotel, etc. zu benötigen.

Mit der ebenfalls schon bekannten Bohrinsel-Masche ergaunerte schließlich ein Betrüger 6000 Euro von einer 40-Jährigen. Er hatte bei seinen Chats angegeben, in Florida festzusitzen.

Rund 20 solcher Fälle musste die Betrugsgruppe am Landeskriminalamt in den vergangenen Wochen bearbeiten. Dass immer noch Frauen auf die Maschen hereinfallen, überrascht auch die Ermittler. „Je abenteuerlicher die Geschichte ist, desto wahrscheinlicher ist es ein Betrug“, warnt Betrugs-Chef Gerald Sakoparnig einmal mehr vor den „modernen Heiratsschwindlern“. Und: „Wird Geld gefordert, dann sitzt ganz sicher ein Betrüger am anderen Ende der Leitung!“

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