Wieder und wieder und wieder

Kreislaufwirtschaft ist das dominierende Thema auf der Kunststoffmesse „K“

Stephan Kubinger (WKOÖ, l.) und Erema-Chef Manfred Hackl (r.) mit Kunststoff-Produkten, die aus recycelten Materialien hergestellt wurden.
Stephan Kubinger (WKOÖ, l.) und Erema-Chef Manfred Hackl (r.) mit Kunststoff-Produkten, die aus recycelten Materialien hergestellt wurden. © Koch

Montag. 6. 45 Uhr. Taufkirchen an der Pram. In etwa 5000 Metern über dem Boden serviert die Bordcrew der Boeing 737 auf dem voll besetzten, von der WK Oberösterreich (WKOÖ) organisierten Bedarfsflieger einen Frühstückssnack. Auf dem Flug nach Düsseldorf zur weltgrößten Kunststoffmesse namens „K“ gibt es Sandwiches, eingewickelt in Zellophan, Getränke, die die etwa 160 Passagiere aus Plastikbechern konsumieren, während die Hartplastik-Klapptische heruntergeklappt sind.

„Kunststoff ist aus der heutigen Welt nicht mehr wegzudenken, in nahezu allen Lebensbereichen sind wir mit dem Werkstoff konfrontiert“, sagt Stephan Kubinger, stellvertretender Obmann der Sparte Industrie in der WKOÖ.

Kein Wunder auch, dass dann auf dem Messegelände in Düsseldorf bei Sonnenschein mächtig viel los ist. Die Messe findet alle drei Jahre statt, die Besucher kommen von allen Kontinenten und in Summe zeigen dort rund 3300 Aussteller seit 16. Oktober bis heute rund 250.000 Fachbesuchern ihre Produkte und Innovationen. Das kleine Österreich spielt dabei im Konzert der Großen vorne mit: Nach Standfläche liegt die Alpenrepublik weltweit auf der „K“ auf Rang vier – hinter Deutschland, Italien und China.

Oberösterreich nimmt hier bundesweit eine Ausnahmestellung ein: 41 der 89 österreichischen Aussteller kommen aus dem Land ob der Enns. Und alle eint – wie generell die Branche – das Schlagwort der „Circular Economy“. Es geht um die Wiederverwendung des Werkstoffs Plastik, der „zu teuer zum Wegschmeißen ist“, wie etwa IFW-Geschäftsführer Josef Nahringbauer sagt oder der laut SML-Geschäftsführer Karl Stöger in der Logistik „haushohe Vorteile gegenüber anderen Werkstoffen“ hat.

Es gehe daher laut Engel-Chef Stefan Engleder um die „intelligente Nutzung des Werkstoffes“, weshalb der Schwertberger Maschinenbauer intensiv am Thema Kreislaufwirtschaft forschen werde. Wie wichtig das Thema Kunststoff als Wachstumsfaktor ist, beschreibt Wilhelm Rupertsberger, Leiter der Sparte Kunststoff bei Fill: Dort boomen die Bereiche Skiproduktion und einschmelzbare thermoplastische Kunststoffe für die Luftfahrt mit dem Ergebnis leichtere sowie festere Materialien. Die Basis ist in vielen Fällen recyceltes Material, worauf Erema aus Ansfelden spezialisiert ist. Laut Geschäftsführer Manfred Hackl habe man „so viele Aufträge wie noch nie“ auf der Messe abgeschlossen. Das Thema „Circular Economy“ ist endgültig in der Branche angekommen.

Der Autor nahm auf Einladung der WKOÖ an der Reise teil.

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