Wien laut Lehrervertreter für Schulöffnung „unzureichend vorbereitet“

Der oberste Wiener Pflichtschullehrer-Personalvertreter Thomas Krebs (FCG) hat am Montag in einem offenen Brief an Bildungsstadtrat Jürgen Czernohorszky (SPÖ) gewarnt, dass die Pflichtschulen (Volks-, Sonder- und Neue Mittelschulen) auf die Wiederöffnung der Schulen „unzureichend vorbereitet“ würden.

Die Schulleitungen würden vor allem im hygienischen Bereich immer wieder an ihre Grenzen stoßen.

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„Viele SchulleiterInnen und LehrerInnen fühlen sich im Stich gelassen“, so Krebs. Er habe seit Mitte März Dienstgeber und Schulerhalter darauf hingewiesen, dass dringend Schutzmaterial wie Desinfektionsmittel, Masken und Schutzkleidung für den sonderpädagogischen Bereich benötigt werde.

Das nun von der MA56 gelieferte Material sei allerdings zu wenig und teils nicht geeignet. Schutzmasken müssten etwa erst zusammengesetzt werden und das Desinfektionsmittel tropfe aus den Spendern heraus. Für weiteren Ärger sorgt laut Krebs eine Dienstanweisung, wonach die Lehrer sich um die Desinfektion der Klassen kümmern müssen.

Krebs wirft dem Land Wien als Dienstgeber eine massive Vernachlässigung der Fürsorgepflicht vor, Sicherheit und die Gesundheit aller Personen an den Schulen würden aufs Spiel gesetzt werden.

„Eine Schulöffnung mit möglichst geringem gesundheitlichen Risiko wird durch diese unprofessionelle Vorgehensweise gefährdet“, so Krebs, der den Bildungsstadtrat dazu auffordert, die Herausforderungen „endlich ernst zu nehmen“.

Stadt weist Kritik zurück

Die Stadt Wien weist die vom obersten Pflichtschullehrer-Personalvertreter Thomas Krebs (FCG) erhobene Kritik an mangelhaften Corona-Maßnahmen zurück. „Die Auslieferung der Schutzmaterialien für die Wiener Schulen läuft auf Hochtouren“, betonte die zuständige Abteilung in einer Aussendung. Diese Woche würden noch 4.000 l Handdesinfektion und weitere 17.000 Einwegmasken ausgeliefert, weiteres Material folge.

Spätestens am Mittwoch sollten alle Standorte mit einem Startparket an Schutzmaterialien ausgestattet sein.

Die sonderpädagogischen Einrichtungen seien außerdem mit Einweghandschuhen und Einwegschürzen beliefert worden. „Sobald weitere Materialien bei uns eintreffen, werden diese umgehend an die Schulen ausgeliefert“, so die Wiener Schulabteilung.

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