Wiener Austria startet in die Saison – Derbytime in Kärnten

Nach dem mageren 1:1 beim Europacup-Comeback gegen Breidablik steht die Wiener Austria vor der nächsten Bewährungsprobe. Am Sonntag (17.00 Uhr) treten die „Veilchen“ zum Auftakt der Fußball-Bundesliga bei der SV Ried an – erneut ein Gegner, der zumindest von der Papierform her einen Erfolg zulassen würde. Gleichzeitig findet im Wörthersee-Stadion das erste Kärntner Bundesliga-Derby seit knapp vier Jahrzehnten statt. Aufsteiger Austria Klagenfurt empfängt den Wolfsberger AC.

„Wir müssen uns besser präsentieren und wollen mit einer guten Leistung in die Meisterschaft starten“, betonte Austria-Coach Manfred Schmid nach der ernüchternden Vorstellung in der Conference-League-Qualifikation am Donnerstag. In der Vormittagseinheit am Freitag analysierte das Trainerteam gemeinsam mit der Mannschaft das Europacup-Heimspiel. „Wir sehen in unserem Anlaufverhalten und in unserer Positionierung im Offensivspiel viel Verbesserungspotenzial. Wir werden es schon am Sonntag besser machen“, versprach Schmid. „Wir müssen schauen, dass wir uns vor allem mit dem Ball mehr zutrauen, dass wir ballsicherer werden“, befand Torhüter Patrick Pentz.

Schmids Widerpart bei Ried, Andreas Heraf, zollte der Austria jedenfalls Respekt. „Ich bin überzeugt, dass die Austria eine bessere Mannschaft ist, als das Ergebnis gestern gezeigt hat“, sagte der Wiener am Freitag. Die Violetten hätten am Ende der vergangenen Spielzeit „überragende Leistungen geboten“. „Es ist eine sehr gute Mannschaft, die gut nach vorne spielt. Mit Djuricin haben sie einen der besten Stürmer in Österreich, dahinter mit Fitz einen Zehner, den ich noch im (U16-)Nationalteam als Spieler gehabt habe.“

Das Team sei außerdem relativ erfahren – vor allem im Vergleich mit seiner eigenen Mannschaft, meinte Heraf. Der Kader der Innviertler hingegen ist in der Saisonpause ordentlich durchgewirbelt worden. Über ein Dutzend Profis verließen das Innviertel oder – im Falle des langjährigen Kapitäns Thomas Reifeltshammer – beendeten die Karriere. Zwölf Neue mussten integriert werden. Die meisten von ihnen kamen aus der 2. Liga wie die Verteidiger Tin Plavotic und Milos Jovicic. Qualität im Angriff verspricht der bisherige Hartberg-Stürmer Seifedin Chabbi.

In Kärnten kommt es erstmals seit fast vier Jahrzehnten wieder zu einem Bundesliga-Derby. Zuletzt gab es in der Bundesliga in der Saison 1984/85 die Begegnung Austria Klagenfurt gegen Spittal/Drau. Diesmal empfängt Aufsteiger Austria Klagenfurt den Wolfsberger AC im Wörthersee-Stadion vor bis zu 15.000 Fans.

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Die Clubs haben sich ihre jeweiligen Rollen schon zurecht gelegt: Der WAC geht als das etablierte Bundesliga-Team als Favorit ins Match. Wolfsbergs neuer Coach Robin Dutt stellte denn auch am Freitag klar: „Wir wollen selbstbewusst auftreten und natürlich mit einem Sieg im Derby starten.“ In die gleiche Kerbe schlug auch WAC-Kapitän Michael Liendl: „Wir brennen darauf, am Sonntag, den Platz als Derbysieger zu verlassen.“

Das wurde vom Klagenfurter Trainer Peter Pacult auch gleich aufgegriffen. „Der WAC sieht sich in der Favoritenrolle. Wir nehmen das natürlich an. Wir sind der Aufsteiger, der WAC ist die Mannschaft, die seit ein paar Jahren in der Bundesliga spielt. Sie sind ein erfahrener Verein, wir müssen uns erst in der Liga zurechtfinden.“

Während Pacult bei seinen Spielern aus dem Vollen greifen kann, muss Dutt den gesperrten Mario Leitgeb und den verletzten Michael Novak vorgeben. In die Aufstellungs-Karten wollten sich beide Trainer nicht schauen lassen: „Wir werden schon noch Änderungen (im Vergleich zur Cup-Partie, Anm.) machen. Wie die dann ausschauen werden, das werden wir dann am Sonntag sehen“, erklärte Pacult. Und sein Gegenüber meinte nur: „Da möchte ich noch ein paar Fragen für den Gegner offen lassen. Das Cup-Team wird aber sicherlich nicht komplett ausgetauscht. Die haben es ja schon sehr ordentlich gemacht.“

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