Wiener Regenbogenparade am Samstag mit Teilnehmerrekord

Die Vorbereitungen laufen auf Hochtouren: Am Samstag zieht wieder die Regenbogenparade über die Wiener Ringstraße. Erwartet wird dabei nicht nur der heißeste Tag des heurigen Jahres – es sind Temperaturen um 36 Grad prognostiziert -, sondern auch ein Allzeit-Hoch bei den Teilnehmern: Der Letztstand sind 106 Beiträge. Das sind rund 60 Prozent mehr als 2018, teilte das Organisationsteam der APA mit.

Insgesamt wird mit bis zu 500.000 Menschen bei der Parade gerechnet, die von der Homosexuellen Initiative Wien (HOSI) organisiert wird. Das wäre ebenfalls ein neuer Rekord. Mit dabei ist auch zahlreiche – vorrangig rote und grüne – politische Prominenz. So würden unter anderem SPÖ-Chefin Pamela Rendi-Wagner, die Wiener Stadträte Jürgen Czernohorszky, Peter Hacker und Kathrin Gaal (alle SPÖ), die grüne Vizebürgermeisterin Maria Vassilakou und NEOS-Chefin Beate Meinl-Reisinger “ein Stück des Weges mit der Parade gehen”, wurde angekündigt.

Etwas Wirbel gab es zuletzt, da die Teilnahme der Jungen ÖVP Wien (JVP) nicht erwünscht war. Die Organisatoren befürchteten, dass dabei die “eigene Profilierung” und Werbung im Vordergrund stehe. Man habe die JVP nach der Anmeldung um eine Stellungnahme gebeten und die “tatsächliche politische Arbeit” geprüft, wurde betont. Dabei habe man etwa festgestellt, dass im Programm der nun abgewählten Regierung “LGBTIQ-Personen der ÖVP keine einzige Erwähnung wert” gewesen seien bzw. im Gemeinderat der Pride-Subvention keine Zustimmung erteilt wurde. Deswegen sei eine Teilnahme abgelehnt worden.

Start der Regenbogenparade ist um 12.00 Uhr beim Burgtheater, dann setzt sich der Zug in Bewegung – auch dieses Mal wieder gegen die Fahrtrichtung über den Ring. Es geht vorbei an Parlament, Heldenplatz und Staatsoper. Anschließend führt die Strecke über den Stubenring zum Schwedenplatz und auf den Franz-Josefs-Kai.

Für circa 15.00 Uhr ist der traditionelle “Moment des Gedenkens” avisiert. Dabei kommt die Parade zum Stillstand und die Teilnehmer erinnern sich an jene Menschen, die an Aids starben oder Opfer eines Gewaltverbrechens wurden. Schließlich geht es vorbei an der Börse und der Universität zurück zum Rathausplatz, wo die Spitze des Zuges gegen 17.30 Uhr erwartet wird.

Denn auch wenn die Regenbogenparade auf den ersten Blick wie eine riesengroße Party mit vielen Teilnehmern im ausgefallenen Styling scheint, soll sie eine wichtige und ernste Botschaft vermitteln, betonen die Veranstalter: Eigentlich ist sie eine Demonstration für die Gleichberechtigung von LGBTIQ-Menschen – also der homo-, bi-, trans- und intersexuellen Personen. Sie findet heuer übrigens zum 24. Mal statt.

Für die Abschlusskundgebung sind Statements von Bundespräsident Alexander Van der Bellen, EU-Justizkommissarin Vera Jourova, Bürgermeister Michael Ludwig (SPÖ) und Song-Contest-Siegerin Conchita Wurst angekündigt. Zudem gibt es eine Neuigkeit: “Wir freuen uns besonders, dass nicht nur der jetzige Bundespräsident Alexander Van der Bellen bei der Abschlusskundgebung sprechen wird, sondern auch der frühere Bundespräsident Heinz Fischer vor Beginn der Parade im Pride-Village einige Worte an die Teilnehmer richten wird”, kündigte EuroPride-Organisatorin Katharina Kacerovsky an.

Die Regenbogenparade ist heuer in die EuroPride eingebettet, das größte Event der europäischen LGBTIQ-Community. Dieses findet jedes Jahr in einem anderen Land statt und wird noch bis Sonntag in Wien begangen.

Die Parade wird auch Auswirkungen auf die Fortbewegungsmöglichkeiten von Nicht-Paradeteilnehmern haben: Die Autofahrerclubs raten, am Samstag den Ring und Franz-Josefs-Kai ebenso wie die “2er-Linie” möglichst zu meiden und großräumig zu umfahren. Wer in die Innenstadt wolle, solle auf die öffentlichen Verkehrsmittel umsteigen, wird empfohlen. Wobei es auf den Bim-Ringlinien sowie auf den Autobuslinien in der Innenstadt zu Kurzführungen und Umleitungen kommt. Mit den Öffi-Einschränkungen ist ab 8.00 Uhr zu rechnen. Die Linie 3A sowie die Vienna Ring Tram fahren überdies den ganzen Tag nicht.

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