Wiener Verein weist Terrorfinanzierungsvorwürfe zurück

Der caritative Verein Eve’s Help Club, der in Wien-Floridsdorf einen Sozialmarkt betreibt, weist die in der Tageszeitung “Der Standard” (Samstag) erhobenen Terrorfinanzierungsvorwürfe entschieden zurück. Das Blatt hatte behauptet, der Verein stelle seine Paypal-Konten zur Verfügung, um Anhängerinnen des “Islamischen Staates” (IS) aus Gefangenencamps in Syrien freizukaufen.

“Das ist eine Lüge!” sagte die Gründerin des Vereins am Montag im Gespräch mit der APA. Das Blatt hatte enthüllt, dass eine Tochter der Frau gemeinsam mit ihrem Kind seit Jahren im kurdischen Camp Roj in Nordsyrien einsitzt. “Hätten wir etwas mit Freikauf zu tun, wäre meine Tochter nicht mehr dort”, betonte die Frau gegenüber der APA. Sie unterstrich, dass sie mit ihrem Verein den Frauen und Kindern in den Camps in Syrien helfe und ihnen Medikamente, Lebensmittel und andere notwendige Dinge bringe. Selbstverständlich bemühe sie sich auch darum, dass ihre Tochter und ihr Enkelkind nach Österreich zurückkehren können, jedoch auf legalem Weg.

Die Vereinschefin bestätigte gegenüber der APA, dass ihre Tochter im Jahr 2016, im Alter von 16 Jahren, nach Syrien gegangen war und seit November 2017 im Camp festgehalten wird. Sie bestätigte außerdem, dass man tatsächlich Geld für den im Irak gefangen gehaltenen Schwiegersohn gesammelt hatte – allerdings nur für dessen Anwaltskosten, nicht für einen eventuellen Freikauf. “Wir haben mit kriminellen Handlungen nichts zu tun.”

Die angeblich IS-nahe Vereinigung “Help for Sisters”, über die laut Artikel die Gelder für die Freikäufe geflossen sein sollen, habe das Paypal-Konto von Eve’s Help Club unberechtigt genutzt; das Konto sei daraufhin gesperrt worden.

Das Blatt hatte auch berichtet, dass es gegen einen Spender von Eve’s Help Club vonseiten der Vorarlberger Staatsanwaltschaft Feldkirch Ermittlungen wegen Terrorfinanzierung gebe. Die Staatsanwaltschaft bestätigte am Montag der APA lediglich, dass ein Ermittlungsverfahren wegen Terrorfinanzierung anhängig sei; nähere Angaben wolle man “aus ermittlungstaktischen Gründen” nicht machen.

Die Frau hat den Wiener Rechtsanwalt Wolfgang Blaschitz eingeschaltet, der die Vorwürfe des Artikels gegenüber der APA am Montag als “schlichtweg falsch” bezeichnete. Er kündigte mögliche rechtliche Schritte gegenüber der Zeitung an.

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